Obama: Der erste Web 2.0 Präsident?
Sonntag 9. November 2008 von
Barack Obamas klarer Sieg bei der Wahl ist wohl auch auf seine geschickte Kampagne im Internet unter Einsatz von Web 2.0 Tools zurückzuführen. In Facebook und Myspace ist es sehr deutlich zu sehen: 80 / 20 ist das Verhältnis von Obamas Kontakten zu denen von McCain. Was sagt diese Zahl aus? Dass Facebook und MySpace User eher pro-Obama eingestellt sind? Sicherlich, das spielt auch eine Rolle, aber dennoch zeigt es auch, wie wichtig das Web 2.0 im Wahlkampf geworden ist.
Laut einer Umfrage von Pew Research haben sich 42% der jugen Amerikaner (18-29 Jahre) im Internet über die Kandidaten informiert. Das Spannende ist, welche Vorteile sich aus der Internetstrategie von Obama ergeben:
- Spenden über das Internet genieren (während Clinton noch mit herrkömmlichen Spendengalas arbeitete)
- Supporter im Internet um sich versammeln und koordinieren
- Obamas Team konnte Aktionen über die Internetplattform my.barackobama.com koordinieren
- Der entscheidende Faktor, vor allem in Hinblick auf die vielen Kontakte in den Online-Netzwerken (z.B. Facebook, MySpace): Eine kurze Reaktionszeit, d.h. Obama konnte fast ohne Zeitverzögerung auf Aussagen McCains reagieren. Er hatte praktisch seine eigene “Nachrichtenagentur” aufgebaut um die Öffentlichkeit via Internet / Web 2.0 zu erreichen.
- Transparente Regierungspolitik über change.gov
Was denken Sie? Obama - der erste Web 2.0 Präsident?
Obama ist sich anscheinend auch bewusst, wie sehr ihm das Web 2.0 zum Sieg verholfen hat: Als eine der ersten Maßnahmen nach dem Wahlsieg hat er die Seite change.gov gestartet, mittels derer er die Transparenz seines Change-Programms duch Blogs und andere interaktive Formate gewährleisten will. Interaktive Möglichkeiten regen zum Mitmachen an.
Interessante Links:
- http://netzpolitik.org/2008/vergleich-obama-kampagne-und-deutscher-internetwahlkampf/#more-6748
- http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,589059,00.html
- http://www.fastforwardblog.com/2008/03/05/how-obama-is-using-web-and-enterprise-20-in-the-us-primary-campaign/
- http://off-the-record.de/2008/11/05/obama-und-der-siegeszug-des-web-20/
- http://webtrends.about.com/od/web20/a/obama-web.htm
Dieser Beitrag wurde erstellt am Sonntag 9. November 2008 um 15:09 und abgelegt unter Web2.0, virales Marketing. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Sie können einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.
Donnerstag 13. November 2008 um 12:52
Ich glaube nicht, dass es so ist, dass die Internet-Nutzer eher Pro-Obama eingestellt sind, zumindest nicht generell, sondern so, dass Obama einfach besser die Netzuser anzusprechen weiß bzw. in der Richtung einfach die bessere Kampagne fährt, siehe zb auch (zusätzlicher, sehr guter Link zu dem Thema): http://www.welt.de/politik/article2657010/Die-zehn-Erfolgsstrategien-des-Barack-Obama.html - ich habe das Gefühl, Obama benutzt das Internet selbstverständlich wie ein digitaler Einwohner, während McCain einfach nur damit einseitig kommuniziert hat. DAS ist der Unterschied.
Donnerstag 13. November 2008 um 23:01
Hallo James,
danke für den Link. Ja, ich stimme dir inhaltlich zu. Ich denke es auch. In Deutschland werden jetzt wohl einige Arbeiten zu dem Thema entstehen und Dissertationen.
Freitag 14. November 2008 um 10:12
[…] Obama wurde immer wieder versucht, das ganze auf Deutschland zu übertragen. Oder zumindest Anregungen dafür zu bekommen, wie man erfolgreiche Wahlkämpfe im sozialen Netz […]
Samstag 31. Januar 2009 um 03:32
Ich denke Obama setzt sich viel mit moderner Technik auseinander und das ist gut so. Er hat sich schon nach vorteilen von open source erkundigt. Ich denke Obama ist ein sehr Neuzeitiger Präsident und wird einiges Verändern.