Archiv für die 'Web2.0' Kategorie

eine kirchliche Community… was kann und soll sie leisten? Lernen vom Kaffeemacher

Mittwoch 25. November 2009 von admin

Tchibo … momentan rauscht es ja im katholischen Internet:Startet Bertelsmann nun eine katholische Community cathoo.net oder doch nicht? Was ist der Mehrwert? Lohnt es sich noch (oder überhaupt) eine eigene katholische Community an den Start zu bringen? Viele sehen das Engagement eher skeptisch, weil unter anderem der Mehrwert nicht klar ist.
Bei der neuen Web 2.0 - Kampagne von Tchibo kam ich dann auf eine Idee: Was die katholische Kirche im Internet braucht, ist eine Plattform, ähnlich wie https://www.tchibo-ideas.de/  Die User schreiben hier über Probleme und andere User können Lösungen entwicklen oder schreiben. Tchibo schaut, ob brauchbare Ideen darunter sind und entwickelt daraus u.U. serienfertige Produkte. Ähnliche Ideen hatten ja auch schon P&G mit www.beinggirl.de und Starbucks mit www.mystarbucksidea.com. Vom Konsumenten zum Prosumenten (Mischung aus Konsument und Produzent - die klassischen Grenzen verschwimmen).

Ist das nicht auch das Entscheidende, was der Kirche im Web noch fehlt? So viele Probleme, und in allen Diozesen in denen ich tätig bin diesselben Herausforderungen - so oft wird das Rad neu erfunden, könnte da eine Problemlösecommunity nicht effektiv Abhilfe schaffen? Die Pfarrsekretärin, die in Ort x das Problem hat, das die Pfarrsekretärin aus y schon gelöst hat. Was denken Sie? Würde solch eine Fokussierung rein auf diese Problemlösemoment einer Community wie Bertelsmann sie plant den nötigen Mehrwert liefern? Denn was die Kirche im Web sicher nicht so sehr braucht ist ein katholisches Pendant zu StudiVZ, oder? Bin gespannt auf Eure / Ihre Meinungen…

Aufmerksam geworden bin ich unter: http://www.website-marketing.ch/4967-tchibo-ideas-so-funktioniert-zielgruppe-einbinden-im-web-2-0/

Kategorie: Community, Kirchenstrategie, Web2.0 | 1 Kommentar »

Obama: Der erste Web 2.0 Präsident?

Sonntag 9. November 2008 von admin

Obama Der Erste Web20 Praesident
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Barack Obamas klarer Sieg bei der Wahl ist wohl auch auf seine geschickte Kampagne im Internet unter Einsatz von Web 2.0 Tools zurückzuführen. In Facebook und Myspace ist es sehr deutlich zu sehen: 80 / 20 ist das Verhältnis von Obamas Kontakten zu denen von McCain. Was sagt diese Zahl aus? Dass Facebook und MySpace User eher pro-Obama eingestellt sind? Sicherlich, das spielt auch eine Rolle, aber dennoch zeigt es auch, wie wichtig das Web 2.0 im Wahlkampf geworden ist.
Laut einer Umfrage von Pew Research haben sich 42% der jugen Amerikaner (18-29 Jahre) im Internet über die Kandidaten informiert. Das Spannende ist, welche Vorteile sich aus der Internetstrategie von Obama ergeben:

  • Spenden über das Internet genieren (während Clinton noch mit herrkömmlichen Spendengalas arbeitete)
  • Supporter im Internet um sich versammeln und koordinieren
  • Obamas Team konnte Aktionen über die Internetplattform my.barackobama.com koordinieren
  • Der entscheidende Faktor, vor allem in Hinblick auf die vielen Kontakte in den Online-Netzwerken (z.B. Facebook, MySpace): Eine kurze Reaktionszeit, d.h. Obama konnte fast ohne Zeitverzögerung auf Aussagen McCains reagieren. Er hatte praktisch seine eigene “Nachrichtenagentur” aufgebaut um die Öffentlichkeit via Internet / Web 2.0 zu erreichen.
  • Transparente Regierungspolitik über change.gov

Was denken Sie? Obama - der erste Web 2.0 Präsident?
Obama ist sich anscheinend auch bewusst, wie sehr ihm das Web 2.0 zum Sieg verholfen hat: Als eine der ersten Maßnahmen nach dem Wahlsieg hat er die Seite change.gov gestartet, mittels derer er die Transparenz seines Change-Programms duch Blogs und andere interaktive Formate gewährleisten will. Interaktive Möglichkeiten regen zum Mitmachen an.

Interessante Links:

  • http://netzpolitik.org/2008/vergleich-obama-kampagne-und-deutscher-internetwahlkampf/#more-6748
  • http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,589059,00.html
  • http://www.fastforwardblog.com/2008/03/05/how-obama-is-using-web-and-enterprise-20-in-the-us-primary-campaign/
  • http://off-the-record.de/2008/11/05/obama-und-der-siegeszug-des-web-20/
  • http://webtrends.about.com/od/web20/a/obama-web.htm

Kategorie: Web2.0, virales Marketing | 4 Kommentare »

Platon als Vater des Web 2.0 ?!

Freitag 24. Oktober 2008 von admin

Platons Medienkritik

Im Phaidros bringt Platon eine überraschend aktuelle Kritik der Schriftlichkeit. Ein linearer Text ist seiner Auffassung nach kein Wissen. Es gibt keine Möglichkeit, ihn zu befragen. Er ist sogar gefährlich, denn der Leser könnte leicht den Eindruck bekommen, er wüsste - tut es aber nicht, da er nicht wie im mündlichen Dialog die Möglichkeit hat, den Geltungsanspruch der Aussagen zu überprüfen.

Der einzige Sinn der Verschriftlichung ist laut Plato die Reaktivierung von bereits Gewußtem. Der Dialog ist also für Platon der primäre Ort der Wissenserzeugung, er ist Philosophie  im eigentlichen Sinne. Der Gegenbegriff zum Philosophen (übsetzt: Freund der Weisheit) ist der des Doxosophen (übersetzt: Schein der Weisheit). Eine immer noch aktuelle Kritik, die viel Zündstoff für den Weiterbildungsmarkt und die (universitäre) Lehre enthält. Es erinnert mich sehr an die sehr bedenkenswerten Thesen, die Richard Gris in seinem neuen Buch “Die Weiterbildungslüge auftstellt. (Hier ein Interview in der Sueddeutschen).

Gut, was hat das mit Web 2.0 zu tun? Nun, Platon dürfte also laut seiner eigenen Theorie auch nichts schreiben - tat er aber. Warum? Nun, Platon hat einen neuen Stil kreiert: Den des dialogischen Schreibens. D.h. im Medium der linearen Schrift war Platon seiner Zeit schon so voraus, dass er seine Schriften als Dialoge niederschrieb. Es sind zwei Gesprächspartner die sich unterhalten, keine lineare Abhandlung. Im Prinzip ist das auch der Übergang, den man im Internet vom Web 1.0 zum Web 2.0 sieht: Erst statische Infomationsseiten, dann im Web 2.0 zunehmend kommunikative Seiten, die Dialog und Austausch ermöglichen.

Ein sehr spannender Artikel zur Vertiefung: http://www.linse.uni-due.de/linse/esel/arbeiten/medienkritik.html 

Kategorie: Medientheorie, Web2.0 | Keine Kommentare »

Social Software & Web 2.0: Eine Herausforderung

Samstag 4. Oktober 2008 von admin

Im wunderschönen Religionspädagogische Studienzentrum (RPZ) Schönberg fand vom 3.-5.10 die diesjährige Fachtagung der Plattform des religionspädagogischen Instituts der Evangelischen Kirche in Deutschland (kurz RPI-virtuell) statt. Der Samstag begann mit einem hochkarätig besetzen Podium mit Dr. Andreas Mertin, Prof. Baumgartner und Prof. Trocholepczy.

Begleitet wurde die Tagung mit einem Wiki, in dem Materialien abrufbar sind, unter anderem ein Vortrag von Prof. Baumgartner zum Thema “Social Software & Web 2.0: Eine Herausforderung für soziale Lernprozesse”.

In seinem Vortrag reagierte Baumgartner auf die Frage nach der Qualität von online-kooperativ erstellten Inhalten mit der Feststellung, dass es eigentlich keine guten oder schlechten Inhalte gibt. Auch ein schlechter Wikipedia Artikel bspw. gibt im schulischen Umfeld Anlass, ihn besser zu schreiben. In dieser Sichtweise sind Inhalte immer prinzipiell zu bearbeitende. Inhalte sind weniger statische Konstrukte sondern gleichen eher offenen Prozessen.

Fünf Elemente von Social Software und Web 2.0 macht Baumgartner aus:

  1. Massenhafte Kooperation
    Es begann mit der Empfehlungsfunktion von amazon: “Wer dieses Buch gekauft hat, kaufte auch …”. Web 2.0 meint in dieser Sichtweise, dass nicht mehr Inhalte über Hyperlinks mit Inhalten verknüpft werden (Web 1.0) sondern Menschen werden mit Menschen verknüpft. Zwar ist dies bei der amazon Empfehlungsfunktion noch nicht der Fall (sie stammt ja auch aus dem Jahr 1997) - dafür zeigte Baumgartner aber andere Beispiele, wie Z.B. XING, citeulike.org, digg.com, library thing
    Früher, vor allem zu Zeiten der Gatekeeper Medien, galt das Prinzip: Erst filtern, dann publizieren. Zu Zeiten des Web 2.0 gilt der Grundsatz: Erst publizieren, dann filtern. Dabei betont Baumgartner die Weisheit der Masse (wisdom of the croud, Schwarmintelligenz, etc.). Digg.com führt er als ein Beispiel an, wie Inhalte erstellt und in einem zweiten Schritt dann von einer Community bewertet werden. In meinen Augen ist dies eine der interessantesten Entwicklungen: Zu sehen auch im Bereich Social Bookmarking, wie etwa bei Mister Wong: Hier wird eine Seite als gut bewertet, wenn möglichst viele Nutzer diese in Ihren öffentlich zugänglichen Bookmarks (=Social Bookmarks) führen. Wichtiger Nebeneffekt ist, dass Google solche Seiten sehr hoch im Ranking listet. Waren es früher zunehmend Wikipedia Seiten, die Google unter den ersten Treffern listet, sind es zunehmend Blogseiten und Social-Bookmarking Seiten, vor allem Mister Wong.
  2. Peer Production
    Im Prinzip ein alter Traum vieler Unternehmen: Die potentiellen Käufer entwickeln das Produkt mit. So etwa bei Lego unter http://factory.lego.com/. Hier kann der Kunde sein eigenes Legoprodukt kreieren und passend dazu online die Steine bestellen. Lego behält sich die neue Kreation als mögliches Modell für den Markt vor.
  3. Open Culture
    http://openwetware.org/wiki/Main_Page
  4. Sharing Cultures
    “Ein Professor teilt lieber seine Zahnbürste mit einem Kollegen als seinen Content” zitierte Baumgartner eine geläufige Redewendung. Dementgegen tritt Baumgartnerfür eine Kultur des Teilens von Inhalten  ein, wie etwa unter der Website des Projektes Open Educational Ressources http://www.oercommons.org/ (Mehr Infos zu dem Projekt gibt es hier: www.e-teaching.org/didaktik/recherche/oer/
  5. Acting globally
    Als Beispiel führte Baumgartner das Boeing 787 Vorgehen an: www.boeing.com/commercial/787family

Da der Netzwerkgedanke für das Web 2.0 entscheidend ist, waren einige Hinweise Baumgartners in Bezug auf das Communitybuilding aufschlussreich:
Der soziologische Reiz einer Community besteht darin, dass ich über die Kontakte meiner Kontakte eine höhere Informationsdichte erreiche, da mein enger Bekanntenkreis doch meist über einen ähnlichen Informationsstand verfügt. Die Formel dafür lautet, dass mit abnehmender Bekanntheit eines Individuums in einem Netzwerk die Informationsdichte zunimmt.
Ganz konkret ergeben sich für das Communitybuilding (aber auch für den Einsatz von e-teaching Elementen in Lernprozessen) folgende Konsequenzen:

  • Es muss ein Versprechen an den Nutzer gemacht und kommuniziert werden.
  • Der Mehrwert (Nutzen) darf nicht in der Zukunft eingelöst werden.
  • Es darf keine Hürden und keine Zäsur geben. (interessant in diesem Zusammenhang: Die Aussage, dass bei Wikipedia durch die Anmeldung der Vandalismus nicht weniger wurde gegenüber dem Zustand, dass auch nicht angemeldete Nutzer Inhalte verändern können)
  • Jeder neue Nutzer muss (individuell) begrüßt werden.
  • Es bedarf einer stilbildenden Kultur.
  • Es gibt keine Fehler die ein Nutzer machen kann.

Im Rückgriff auf Hippner (in: HMD - Praxis der Wirtschaftsinformatik, 43. Jg. (2006) No. 252, S.6-16) sind 6 Prinzipien von social software erkennbar:

  • Das Individuum bzw. die Gruppe steht im Mittelpunkt.
  • die Netze organisieren sich selbst (bottum up Struktur).
  • soziale Rückkoppplung, z.B. in Form von Bewertungen ist von großer Bedeutung (Social Feedback).
  • der Fokus liegt auf der Struktur der Information und nicht auf der Information selbst.
  • die Kommunikation des Individuums mit der Gruppe steht im Vordergrund (keine “one-to-one, sondern “one-to-many” oder “many-to-many” Kommunikation).
  • die Beziehungen der Personen untereinander werden sichtbar gemacht [ Diesen Punkt halte ich für den entscheidenden].

Aus den gesamten Podiumsbeiträgen, den Diskussionen und dem Referat von Prof. Baumgartner erscheinen mir die Mehrwerte von Social Software und Web 2.0 im Bereich Lernen:

  • Ermöglichen eines selbstregulierten Lernens - Stärken der Eigenverantwortung
  • Schnellere Aktivierung via Internet
  • Wandel von einer Bring- zur Holschuld
  • Soziales Kooperatives Arbeiten einüben und dadurch Soft Skills lernen
  • Öffnung der abgeschotteten Lernraums gegenüber der Öffentlichkeit und Stakeholdern
  • Transparenz des Lernvorganges / Prozesses nach außen
  • Motivation der Lernenden mittels des Einsatzes von neuen Tools
  • Stärkung der medialen Kompetenz
  • Sprachfähig zu machen und Selbstmitteilung ermöglichen

Social Software und Web 2.0: Eine Herausforderung für die Kirche!

Ein Artikel von Prof. Baumgartner zu dem Thema: http://peter.baumgartner.name/article-de/social-software_copers.pdf

Kategorie: Nutzungsverhalten, Software, Web2.0 | Keine Kommentare »

Web 2.0 und die Zukunft des Online-Videos…

Mittwoch 9. April 2008 von Juergen Pelzer

YouTube hat vor allem bei Jugendlichen eine enorme Reichweite. SevenLoad, MyVideo u.a. bestätigen diesen Erfolg des Bewegtbildes im Internet. Doch was kommt danach?

Videos online stellen ist im Trend - VJ´s, so heisst es in der Medienszene, sind gefragt. Viele Institutionen planen, Ihren Webauftritt mit den schmucken OnlineVideos aufzupeppen. Doch ist das schon das Ende der Fahnenstange?

Nein, YouTube plant, wie man in Interviews lesen kann, dieses Jahr noch Live-Streaming Videos zu ermöglichen. Doch andernorts ist die Zukunft schon greifbar (oh, wie pathetisch - ich entschuldige mich): www.kyte.tv hat einen wirklich spannenden Ansatz: Man kann die Videos nicht nur live-streamen, auf Communitys wie facebook und myspace und auf mobilen Endgeräten einsetzen, sondern - und das ist der Clou - es gibt einen Livechat der Nutzer, die das Video gleichzeitig sehen. Das halte ich für einen innovativen Ansatz. Während ich bei YouTube nur sehe, wieviel Personen das Video noch zeitgleich sehen, kann ich bei kyte schon mit diesen chatten, in Kontakt treten und ihre Profile anschauen. Ich kann sogar von meinem Mobiltelefon die Filme live streamen und mit den Zuschauern chatten. Auch wenn das noch kaum jemand nutzt - wer nutzte schon 1995 Google ;-). Kyte verbindet auf jeden Fall in innovativer Weise zwei Trends, die noch nebeneinander laufen: Mobiltelefone und Online-Videos. Zudem ist das Chatsystem eine natürliche Weiterentwicklung der Online-Videos.

 www.kyte.tv ist einen Blick wert. Eine gute Einführung zu kyte als Video gibt es hier: http://www.kyte.com/platform/pg/overview_video. Ein Interview mit einem Investor und einem kyte-Gründer gibt es hier: 


Der ältere Herr ist einer der Investoren, Ron Conway, einer der ersten Investoren in Google, PayPal u.a. Der jüngere Mann ist Daniel Graf von kyte.tv

Apropos Film: Seit dem 8.4 ist der Film “Web 2.0″ online. http://www.web2null-derfilm.de/. Er entstand an der Hochschule für Medien in Stuttgart. Wer 35 Minuten Zeit hat, kann ihn anschauen. Ein netter Überblick über das, was alles Web2.0 ist. Er ist sicher gut gemacht, aber es fehlt mir etwas der rote Faden. Zuerst geht es um Barcamps, dann um Blogs. An dieser Stelle fragte ich mich, ob der Film noch etwas Neues bringt. Dann geht es viel um Startups, gefolgt von einigen fast philosophischen Zukunftsfragen, die Web2.0 aufwirft. Vor allem das Interview mit Tim O´Reilly ist interessant. Am Ende stellt Nicole Simon eine der spannenden Frage: Warum muss ich als Nutzer immer noch manuell meine vielen online-Profile etc. abgleichen? Wo ist hier die Entwicklung? Auch im Bereich Video bietet kyte hier eine neue Möglichkeit :-). Die verschiedenen Interviews am Ende des Films sind spannend. So stellt Lukasz Gadowski fest: Wir stehen im Eb2.0 erst am Anfang - recht hat er! Diese Interviews hätte ich mir persönlich als Einstieg gewünscht, denn Sie sind interessant - doch sehen Sie einfach selbst:


Der Film “Web 2.0″, enstanden an der Hochschule für Medien Stuttgart und eine Dokumentation des Web2.0

Kategorie: Online-Video, Web2.0 | 1 Kommentar »