Archiv für die 'Jugend' Kategorie

Pope2You.net gestartet - Botschaft zum Welttag der sozialen Kommunikationsmittel

Dienstag 19. Mai 2009 von admin

pope2you-screenie.jpgDer Vatikan hat eine neue Jugendcommunity gestartet, http://www.pope2you.net

Ein erster Blick: 

Das erste Problem der Seite dürfte die URL sein. Nur ein .net führt zum Ziel: Die Domainendung .de ist gar nicht vergeben (scheinbar auch keine anderen länderspezifischen Topleveldomains), .com oder .org führen auf das Angebot und den Loginbildschirm einer Firma für Desktopvirtualisierungssoftware Parallels.

Ok, aber mit .net klappts, ich bin auf der Seite. Hm.. also in der Pressemitteilung wurde angekündigt: „Schon die Eingangsseite zeigt das: der Papst und die Jugendlichen.“, so Erzbischof Claudio Maria Celli bei der Vorstellung. Naja, denke ich mir, den Papst sehe ich, nur wo sind… ah ja, jetzt fallen mir links etwas ausgefadete Jugendliche auf, die im Kreis stehen und mich von oben her anlächeln. Ich will ja keine Bildinterpretation wagen, aber irgendwie sagt das Bild mir nicht “der Papst und die Jugendlichen” sondern der Papst … und da sind irgendwo auch ein paar Jugendliche versteckt. Eine Kluft.

“Präsentation der Nachricht” und “die Nachricht” - diese beiden Menüpunkte locken mich zum Anklicken: Was ist die Nachricht? Als Diplom-Theologe tippe ich mal auf das Evangelium. Ich tippe also auf “die Nachricht” und… zwei neue Buttons erscheinen: “Herunterladen” und “Email”. Ich tippe gespannt auf Herunterladen, wobei der Durchschnittsatheist hier wahrscheinlich schon abgeschreckt wäre, seinen Computer mit einem katholischen Virus zu infizieren. Achso, denke ich mir, als sich eine PDF Datei öffnet, es handelt sich also um die Nachricht zum Welttag der sozialen Kommunikationsmittel am 24. Mai.

Die Botschaft:
Darin spricht der Papst direkt die junge digitale Generation an und dutzt sie. Er spricht davon, dass die ältere Generation diesen fundamentalen Wandel, den die neuen Medien mit sich brachten, nur schwer nachvollziehen kann, aber dass sie auch die Potentiale sieht. Diese liegen vor allem darin, Verständnis und Gemeinschaft der Menschen untereinander zu fördern. Den Solidaritätsgedanken macht der Papst besonders stark: Die Vorteile müssen allen zu Gute kommen, vor allen den Bedürftigen und Schwachen. Medientheoretisch führt der Papst den Erfolg des Internets auf das Bedürfnis des Menschen nach Kommunikation und Freundschaft zurück. Er weist auch auf die Gefahr hin, dass die Freundschaftspflege im Internet zu obzessiv betrieben werden kann und dann das reale Leben darunter leidet. Alles in allem betont er aber die Möglichkeiten des Internets, die darin liegen, Freundschaft und Verständnis untereinander zu förder, betont aber auch die Notwendigkeit, nicht die Wahrheitsfrage dabei auszuklammern. Die junge digitale Generation sendet er am Ende: “Ich möchte diese Botschaft schließen, indem ich mich besonders an die jungen Katholiken wende, um sie zu ermuntern, das Zeugnis ihres Glaubens in die digitale Welt zu tragen. Euch jungen Menschen, die ihr euch fast spontan im Einklang mit diesen neuen Mitteln der Kommunikation befindet, kommt in besonderer Weise die Aufgabe der Evangelisierung dieses “digitalen Kontinents” zu.”

Weiter in der Seitenanalyse:

Was biete mir die Seite noch? Einen Link zum YouTube Kanal, einen Link zum H2O News Angebot für mein IPhone (oh je, ich habe gar keines). Und dann, das ist spannend, ein Wiki, um die Botschaft zu kommentieren. Toll, also klicke ich direkt darauf. Hm.. das was sich dann präsentiert erinnert wenig an ein WIKI. Ich kann einzelne Teile der Botschaft anklicken und dann… bin ich überfordert, obwohl ich mich zur digitalen Generation zähle. Die Überforderung gründet in einem fehlen italienischer Sprachkenntnisse, denn die unteren Menüpunkte sind italienisch gehalten. Ok, ich hatte aber Latein im Studium, ich bekomme eine erste Übersetzung hin und klicke auf “commenta pagina” in der Hoffnung nun meinen Teil zum Gesamtwerk beitragen zu können. Es öffnet sich eine Outlook Email Vorlage, in der der Empfänger ucs@chiesacattolica.it eingetragen ist. Oh, denke ich, mailto Befehle waren doch schon immer unter Usability-Gesichtspunkten untersagt gewesen. Davon abgesehen will ich nicht irgendwem Unbekannten eine Email Schreiben, ich will einen Wikibeitrag verfassen, und anders als der Name Wiki mir das verspricht (hawaianisch für “schnell”) kann ich hier nicht mal eben so mein Kommentar abgeben.

Nun, gut, es gibt aber noch das Herzstück: Die Facebook App (App für Aplication). Ich klicke darauf, logge mich bei Facebook ein und lese dann, dass ich Bilder vom Papst an meine Freunde senden kann und auch Emails erhalten kann. Ok,mal schauen, was erlaubt mir die App noch: Ich kann die Nachricht verschicken, kann auf alle Angebote von www.pope2you.org klicken und Postkarten versenden. Na gut, ich lade mal 8 Freunde ein. Dann klicke ich noch auf den Button “Fan” - Oh, immerhin ich bin der 100ste Fan der Facebook Applcation “Pope2you”. Sehr schön. Aber auch hier will mich niemand hören…

Kurzum: Der richtige Weg, den der Vatikan einschlägt, die Nachricht zum Welttag der sozialen Kommunikationsmittel ist gerade in Ihrer Kürze sehr treffend und wegweisend. Die Umsetzung ist allerdings noch davon gekennzeichnet, dass es sich primär um eine Einwegkommunikation handelt und die Möglichkeiten des Internets / Web 2.0 noch nicht so ganz ergriffen sind. Aber die Richtung stimmt. Wenn ich da an meinen Studienbeginn denke, hat sich doch einiges getan im Hinblick auf das Erkennen der Möglichkeiten des Internets für die Kirche.

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Ich chatte also bin ich… neue Studie

Montag 18. Mai 2009 von admin

Eine neue Studie des Hans Bredow Institut beschäftigt sich mit der Frage, wie Jugendliche das Web 2.0 nutzen. Eine sehr aktuelle und präzise Bestandsaufnahme: http://www.lfm-nrw.de/presse/?id=651

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Metaebene online-Recherche: Übersicht zu sozialwissenschaftlichen Studien zum Internet

Montag 5. Mai 2008 von admin

Es gibt nun eine wunderschöne Übersicht über Studien zum Thema Internet: Das Recherche Spezial 04/2008: Ein Überblick über aktuelle sozialwissenschaftliche Forschung zur Thematik „Generation Online: Medienkompetenz und Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen“ - herausgegeben von der Gesellschaft Sozialwissenschaftlicher Infrastruktureinrichtungen (GESIS).

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Generation Google: alles andere als fit fürs Netz! - und die Konsequenz für den Reli-Unterricht

Freitag 2. Mai 2008 von admin

Generation google
Eine aktuelle Studie der Sheffield University zur Google Generation (alles nach 1993) sorgt für Aufsehen: Demnach sind 20% der Jugendlichen digitale Dissidenten, 57% nutzen das Internet kaum was den Umgang mit Suchmaschinen und Informationsquellen angeht. Entgegen der Ansicht, die Jugendlichen hätten das Wissen um die neuen Technologien mit der Muttermilch aufgesogen, zeigt die Studie besorgniserregende Unkenntnis im Umgang mit Informationen im/aus dem Internet.

Wenn das Internet genutzt wird, dann nur oberflächlich, wie die Studienautoren bemängeln: “Es scheint, als würden sie online gehen, um das Lesen im klassischen Sinne zu vermeiden”. Die wenigsten Jugendlichen können dabei die Informationen aus dem Internet einordnen: “Die private Meinung irgendeines anderen Nutzers kann oft nicht von wissenschaftlichen Informationen unterschieden werden” meint Max Schmidt, Vorsitzender des bayrischen Philologenverbandes (bpv). Für viele Jugendliche hört das Internet bei google und wikipedia auf. Weitere Informationen gibt es hier.

Ergo: Die Studie zeigt deutlich (und das trifft sich auch mit den Ergebnissen der JIM Studie 2007), dass die Schüler einer Internetkompetenz bedürfen. Um diese zu vermitteln müssen sich aber erst einmal die Lehrer eine solche aneignen.

Im Gespräch mit Schülern über den Religionsunterricht erfahre ich immer wieder, dass diese das Internet gerade für das Thema Sekten und interreligiöser Dialog als Rechercheinstrument nutzen. Es würde sich doch anbieten, dass die Religionslehrer im Unterricht das Thema Internet aufgreifen - denn gerade für solch wichtige Themen wie Interreligiosität (mit dem die Schüler ja auch in ihrer Lebenswelt konfrontiert werden) bietet sich das Internet als Rechercheinstrument an. Das gilt imho auch für das Studium der Theologie. Das Projekt Bible World an der Uni Frankfurt oder die Internetwerkstatt in Sankt Georgen, Frankfurt, sind in meinen Augen vielversprechende erste Ansätze - was denken Sie?

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Eucharistie online - Vortrag bei jungen Erwachsenen

Freitag 28. März 2008 von admin

Ich freue mich schon sehr auf Sonntag - dann werde ich in Münster in der Akademie Franz Hitze Haus innerhalb des Seminars “Die @ Generation” einen Vortrag vor jungen polnischen und deutschen Erwachsenen halten zum Thema Kirche online. Ich war bereits im Januar dort zu Gast und sehe mir gerade meine Auswertung des letzten Vortrags an. Vortrag? - das passt nicht so ganz, denn wie sagt mein Coach immer: Der Referent ist dem Zuhörer maximal 2 Minuten an Wissen voraus - deshalb sind meine Vorträge auch eher im Stil einer gemeinsamen Exkursion in den Bereich Kirche online. Letztes mal konnte ich einiges von den Jugendlichen lernen, was Ihre Erwartungen an eine Kirche online betrifft - darüber will ich kurz berichten:

Vorerfahrungen der Schüler mit Religion im Internet stellten sich als sehr gering bis nicht vorhanden heraus. Einige Schüler (ca. 4 von 30) hatten bereits einmal im Zuge des Religionsunterricht das Internet genutzt, um nach religiösen Inhalten (meist im Sinne eines interreligiösen Vergleiches) zu suchen und diese zu sichten. Eine wirkliche Vorstellungen von dem religiösen Angebot im Internet hatte keiner der Schüler.

In meiner Moderatorenausbildung bei W-Live habe ich die Teilnehmeraktivierung als Element bei längeren Einheiten schätzen gelernt. Sie bezog sich auf die Frage: „Habe ich ein besonderes Interesse an dem Thema, eine Frage, die ich gerne beantwortet hätte?“ Die Schüler zeigten hierbei ein großes Interesse an dem Themenbereich, was sich unter anderem in der Qualität der Fragen zeigte:

  • Mit welchen Themen präsentiert sich die Kirche online?
  • Ist die Kirche (altmodisch) nicht unvereinbar mit dem Internet (jung, dynamisch)
  • Hat die Kirche ein eigenes Profil online und wenn ja, wie zeigt sich das?
  • Welche Angebote hat die Kirche im Internet?
  • Benutzt die Kirche das Internet nicht nur als Köder um junge Leute anzulocken, die sonst gar nicht mehr für die Kirche greifbar wären? und: Will die Kirche sich einfach nur als cool verkaufen indem sie das Internet nutzt?
  • Wie präsentieren sich Sekten online
  • Welche Formen nutzt die Kirche im Internet?
  • Wird das Internet nicht auch zur Flucht in virtuelle Welten genutzt?
  • Wie ist die Erreichbarkeit der Kirche im Internet?
  •  Welcher Nutzen entsteht aus der Präsenz der Kirche im Internet – für die Kirche – für die Nutzer?
  • Wie steht es mit der Religionsfreiheit online – siehe Karrikaturenstreit?
  • Wer steht hinter den religiösen Angeboten, wie kann ich einen Urheber ermitteln
  • Wer ist Träger der kirchlichen Internetarbeit – Der Pfarrer?
  • Wie ist mit Anonymität im Internet – Kann ich sicher sein, dass ein Pfarrer in Second Life auch ein echter Pfarrer ist?
  • Wie stellt sich der Islam im Internet dar – wie nutzen Fundamentalisten das Internet zur Propaganda-Verbreitung

Bereits aus den Fragestellungen und aus den Diskussionen während des Vortrages kristallisierte sich ein ambivalentes Verhältnis der Jugendlichen zu Kirche (im Internet) heraus. Die Ausgangsbasis der Schüler war die Beobachtung, dass Kirche in Ihrem Leben nicht mehr präsent ist. Von daher kam die Frage, ob die Kirche das Internet nicht einfach nutze um sich einer Verjüngungskur zu unterziehen und auf dieses Weise die Jugendlichen zu werben suche.

Gleichzeitig ist aber eine große Erwartungshaltung an die Kirche deutlich geworden: Schüler erwarten Themen, die Ihre Lebenswelt entsprechen. Mehr noch als das, erwarten sie von der Kirche, dass diese deutlich Position bezieht und Missstände benennt. Die Verknüpfung beider Aspekte scheint im Sinne der Schüler eine gelungene Präsenz von Kirche im Internet auszumachen.

Das Religion und religiöse Themen aber auch jenseits von kirchlichen Präsenzen im Internet vorkommen und diskutiert werden, schien eine weitgehend neue Erkenntnis für die Schüler zu sein. Musterhaft wurde dies am Beispiel der Kampagne „Praise the lord“ in dem populären Videoportal You Tube gezeigt. Hier diskutieren Atheisten mit Christen per Videobotschaften über die Frage, ob es Gott gibt.

Die Schüler bestätigten weitestgehend die Ergebnisse der JIM Studie 2007 (zur Studie siehe meinen Blogbeitrag) in Ihrem Internetnutzungsverhalten: Communities wie SchülerVZ gehören fest zum Alltag der Jugendlichen (26 von 30 haben ein Profil), ebenso wie der Instant Messenger. Als Rechercheinstrument dient fast allen Google, Spezialsuchmaschinen oder Alternativen scheinen wenig bekannt. Interessant ist die Beobachtung, dass der Begriff Web2.0 unbekannt ist. Auch eine grundlegende medienpädagogische Kompetenz im Umgang mit dem Internet ist bei manchen Schülern noch wenig gegeben: ca. 30% glauben, dass ein Inhalt der ins Netz gestellt wird, schon von irgendjemandem vorher auf Richtigkeit geprüft wurde. Damit bestätigt sich in etwa auch das Ergebnis der JIM Studie, die diesen Wert mit 23% beziffert.

Kirche im Internet trifft in den Schülern ein kritisches aber auch aufgeschlossen-forderndes Gegenüber, dass im Prinzip die Werte der Kirche teilt. Doch scheinbar gelingt es der Kirche mit Ihrer Online-Präsenz nicht, den Schülern zu vermitteln, dass diese Ihre Werte innerhalb der Kirche leben und einbringen können.

Wenn ich dann aber eine Meldung wie heute lese (Domradio, 28.03 Titel “Boulevard erreicht Rom
Vatikan: Kritik an angeblicher Transsexuellen-Schwangerschaft”
) platzt mir sprichwörtlich der Geduldsfaden und es wundert mich nicht mehr, dass Jugendliche die Kirche meiden. Der Sprecher des mexikanischen Kurienkardinals hat scheinbar inhaltlich gesagt “Transsexualität sei generell gegen die Menschenwürde gerichtet”. Da bleibt bei mir nur die Frage: Sind wir wieder im Mittelalter? Die Aussage ist nicht nur unlogisch, da sie sich selbst nivilliert: Denn die Menschenrechte schützen ja gerade Außenseiter wie z.B. Transsexuelle, die eben wegen Ihrer Sexualität diskriminiert werden. Diese Aussage, dass Transsexualität gegen die Menschenwürde gerichtet sei ist auch verletztend gegenüber jenen, die diesen Weg für sich wählen - da hilft auch der feine Unterschied nicht, dass der Sprecher nicht von Transsexuellen spricht, sondern abstrakter von der Transsexualität. Bei mir hinterlässt eine solche Aussage nur Kopfschütteln. Dennoch freue ich mich sehr auf Sonntag und werde hier von den Eindrücken mit den jungen Erwachsenen berichten.

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Jugend im Netz - Umfrage

Donnerstag 28. Februar 2008 von admin

Was machen Jugendliche im Netz?

Jugend im Internet: Quelle: BitkomDas fragte sich jüngst der Bundesverband für Informationswirtschaft, Telekommunikation und Neue Medien (BITKOM). Die Ergebnisse seiner Recherche präsentierte er jüngst in einer Umfrage. Um es gleich vorweg zu nehmen: Es gibt wenig neues gegenüber der JIM Studie (siehe Eintrag vom 5.12.2007 in diesem blog), vielmehr eine Bestätigung der Internetaffinität der Jugend: Die Key-Facts:

  • 83% der Jugendlichen nutzen das Internet täglich oder mehrmals pro Woche
  • 40% der jungen Erwachsenen haben ein Profil bei einer Online-Community.
  • Jeder zweite junge Nutzer zwischen 14 und 29 Jahren veröffentlicht persönliche Infos im Netz.

Das Internet ist das Medium der jungen Generation. Erstaunlich ist, das alle Studien/Umfragen hierin übereinstimmen: Die Zahlenwerte sind sehr nah beieinander, oder sind gleich: Z.B. bei der Bedeutung von Instant Messanging [Sofort Nachrichten] gibt die Bitkom-Umfrage die Wichtigkeit für Jugendliche mit 72% an, die JIM 2007 ebenfalls mit 72%.

dazu im Netz:
http://www.bitkom.org/de/presse/8477_50560.aspx
http://www.dslteam.de/news/artikel/28746

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Studie Jugend, Informtion, (Multi-) Media

Mittwoch 5. Dezember 2007 von admin

Die JIM Studie 2007 (JIM steht für: Jugend, Information, (Multi-) Media) ist am 30.11.2007 erschienen. Sie untersucht detailliert den Medienumgang der 12-19 Jährigen und ist kostenlos abrufbar unter www.mpfs.de

Die Aussagen bestätigen die Vermutung, dass Internet das Medium der Jugendlichen ist - aber auch das Mediumum die Jugendlichen zu erreichen. Für die Kirche besteht hier dringender Handlungsbedarf,um die Chancen die das Internet bietet,in der Pastoral zu nutzen.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache.

Die Kernaussagen über Jugendliche und Internet:

- Themen die die Jugendlichen interessieren:
1. Liebe und Freundschaft (88%),
2. Musik (86%) ,
3. “Ausbildung und Beruf” (80%)
4. Internet (70%)
Schlusslicht: Politik (ca.15%)

- Die wichtigsten Medien:
1. Computer (25%)
2. Internet (22%)
3. MP3 Player (18%)
4. Fernsehen (15%)
… Schlusslicht: Zeitungen (2%)

Nennung des Internet nach Schularten:Hauptschüler: 17%, Realschüler: 20%, Gymnasiasten: 27%

- Zugang zum Internet:
95% haben Internet im Haushalt,
49% im persönlichen Besitz

- Nutzung:
täglich 114 Minuten
83% sind mehrmals pro Woche oder häufiger online

- Aktivitäten im Netz:
Kommunikation: 59% der online-Zeit
Information: 23% der online-Zeit
Spiele: 18% der online-Zeit

- genutzte Dienste:
1. Instant Messaging: (72%)
2. Emails (60%)
3. Musik hören (49%)
4. Informationssuche (nicht Beruf) (40%)…chatten (30%) (knuddels.de kennt jeder 3.)Schlusslicht: Weblogs lesen (6%)

- genutzte Seiten:
Suchmaschinen 21% (Google 12%)
Social Web Angebote (schülerVZ, YouTube etc.) 19%

- web 2.0 - Inhalte einstellen
Jungen: 30%
Mädchen: 19%

- web 2.0 Dienste
wikipedia: 4% aktive Nutzung, 78% passive Nutzung
YouTube: 9% aktive Nutzung, 60% passive Nutzung
MySpace: 7% aktive Nutzung, 17 passive Nutzung

- Aussagen:
Die meisten meinerFreundInnen beschäftigen sichmit dem Internet66% Zustimmung
Internet ist für die Schule oderAusbildung nützlich70% Zustimmung
Über das Internet kann man gutneue Leute kennenlernen37% Zustimmung
Über das Internet wird viel zu vielAufhebens gemacht20% Zustimmung
Internet gehört heute einfachdazu63% Zustimmung

- Vertraulichkeit:
7 % (bei den 12-14 Jährigen sogar 40% ! gehen davon aus, dass im Internet präsentierte Inhalteauf Richtigkeit hin überprüft worden
19% sind weitgehend davon überzeugt.

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Herbstzeit - Studienzeit: Internet = Die Medienrevolution auf Raten

Sonntag 4. November 2007 von admin

Nach einem wunderbaren Landurlaub bei den Neuners, für deren Gastreundlichkeit ich mich nochmals bedanke, geht es wieder an das Tagesgeschäft: D.h. an den Umgang mit der schleichenden Medienrevolution: dem Internet.

Dazu gibt es fundiertes Datenmaterial durch die jährliche ARD/ZDF Onlinestudie, den (N)onliner Atlas und die neu erschienene ACTA 2007 (Allensbacher Computer- und Technik-Analyse) (Mitte Oktober):

Die Kernaussagen:

  • Von den 20- bis 29-Jährigen geben 30,3 Prozent an, keine Zeitung mehr zu benötigen, da die Informationen aus dem Internet und Fernsehen genügen. (2004: 21,5 %, das bedeutet eine Steigerung von 40% in 3 Jahren!)
  • 19,3 Millionen Menschen nutzen das Internet täglich (Steigerung gegenüber 2006: 14%)
  • Bei den 14-29 Jährigen liegt das Internet als Informationsquelle über das tagesaktuelle Geschehen bei ca. 37% gegenüber der Zeitung mit 24,5% und 36,9% (bei den 20- bis 29-Jährigen)
  • Von den 560.000 regelmäßigen Blogschreibern, welche die ACTA zählt, sind 350.000 14 bis 29 Jahre alt.
  • You Tube: ca. 30% der 14- bis 19-Jährigen tun es oft, 16,3 % der 20- bis 29-Jährigen und nur 5,4% der 30- bis 39 Jährigen

Das Grundgesetz der Medien, dass kein neues, höher entwickeltes Medium ein altes gänzlich verdrängt (aufgestellt 1913 vom Chefredakteur der Nürnberger Zeitung Wolfgang Riepl) — ist es angesichts der Entwicklung des Internets noch haltbar — diese Frage stelle ich mir schon manchmal, wenn ich die Studien lese….

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Versöhnliches Ende der Buchmesse

Sonntag 14. Oktober 2007 von admin

Nach meinem letzten Posting von der Buchmesse gab es am Sonntag ein versöhnliches “netzinkulturiertes” Ende. Traditionell gehört der letzte Tag der Buchmesse den Cosplayern. Aus vielerlei Hinsicht ist diese relativ neue Jugendkultur interessant, vor allem aber ist sie ohne das Internet so nicht denkbar: Kaum eine Szene ist so gut im Internet miteinander und untereinander verlinkt.

Am Sonntag fand die erste Deutsche Meisterschaft im Cosplay statt. Veranstalter war animexx. Dort kann man sich ein gutes Bild darüber machen, wie intensiv diese Szene das Internet nutzt. Ein großer Dank gebührt dem Veranstalter, den Moderatoren und den Teilnehmern. Es war eine überaus sympathische Show und Cosplayer scheinen jede Menge Herz und Humor zu besitzen und vor allem: Sie nutzen optimal die Chancen des Internets in Sachen Community.

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