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Immer „innerCircle“? - Lagebericht zur Kirche im Web

Freitag 20. März 2015 von admin

Sie haben es getan. Einen ganzen Tag lang: Die deutschen Bischöfe haben sich am 26. Februar 2015 dem Thema der sozialen Medien verschrieben. Das Thema ist also aktuell. Das zeigte auch die Tagung „Kirche im Web 2.0“ am 19./20. März 2015 in Münster: 

Bei den Beobachtungen der gut 80 Teilnehmenden waren einige Erfahrungen sehr häufig zu hören. Mögliche Lösungsansätze, die weiterführen, wurden ebenfalls diskutiert. Eine Übersicht als Erfahrungsbericht

(Dieser Artikel als PDF: http://bit.ly/1ANLHOX).

Thema „inner circle“: Auf zu neuen Ufern 

  • Die Vernetzung der kirchlich aktiven Kommunikatoren wird zunehmend als „inner circle“ wahrgenommen. Es werden mittels Facebook Aktionen und anderen Kommunikationskanälen oft „immer dieselben Verdächtigen“ erreicht. Es gelingt selten andere (Sinus-)Milieus zu erreichen. Die entscheidende Frage ist, wie dieser „inner circle“ durchbrochen werden kann? Erste Projekte wie ICE-Net zeigen Erfolge dabei, bei neuen Zielgruppen anzukommen.

Thema Kanalfrage: Wo engagieren? 

  • Die Vielfalt an Kanälen nimmt zu. Die Facebook Nutzung nimmt ab. Differenzierter betrachtet bleibt aber festzuhalten, dass zwar das aktive Einstellen von Inhalten in Facebook abnimmt und im Bereich des direkten Messanging WhatsApp zunimmt, dass aber Facebook nach wie vor wahrgenommen wird. Das Bedienen von WhatsApp wird gerade in der Jugendarbeit immer wichtiger. Hilfreich kann dabei die neue Web-Funktionalität sein: https://web.whatsapp.com – Zur Nutzung von Facebook ist nach wie vor die Studie der BLM relevant: http://www.blm.de/files/pdf1/Studie_Relevanz_der_Medien_2013.pdf

Thema Relevanz der Inhalte (Cat-content): Tiefe erzeugen 

  •  Zum einen nimmt die Aufmerksamkeitsspanne für Inhalte in den sozialen Medien generell ab. Zum Anderen nimmt die Geschwindigkeit der Veröffentlichung zu („Realtime rulez“). Das und weitere Umstände führen dazu, dass sich die Frage stellt, was eine theologische Relevanz von Inhalten ausmacht. Anders gefragt: Wie können religiöse Inhalt als genuin religiöse Inhalte in den sozialen Medien wahrgenommen werden. Die häufig geäußerte Beobachtung ist, dass auch gerade religiöse Inhalte zunehmend verflachen und dem Gesetz der Aufmerksamkeitslogik unterliegen. Dem gegenüber wurde die Frage diskutiert, was eine Kommunikation des Evangeliums denn bedeute? Informationsvermittlung, Diskussionsanregung, …?

Thema Strategie für soziale Medien: Engagement 

  • Es wird deutlich, dass die Arbeit in den sozialen Medien immer weniger nur von ein paar Hauptamtlichen geleistet werden kann. Unter den beiden Voraussetzungen, dass eher Personen als Institutionen im Netz wirken und das eine hohe Wahrnehmung (Awarness) für Inhalte durch möglichst viele Influencer (Multiplikatoren) geleistet werden kann, stellt sich die Frage nach dem Engagement und der Förderung von medienaktiven Christen. Dies wird besonders im Bereich der Jugendarbeit als wegweisend gewertet, ist aber auch in anderen Alterssegmenten angezeigt, vor allem, da die Silversurfer immer aktiver werden. So wäre es bspw. vorstellbar, dass eine Gemeinde eine Aktionsgruppe für das Internet und die sozialen Medien gründet. Besonders erfolgreich sind auch in Einrichtungen Teams für die Webpräsenzen, in denen junge Menschen, wie etwa Buftis, Praktikanten etc. eingesetzt werden. Auch die Idee eines Medienapostolats rückt wieder verstärkt in den Vordergrund.

Thema Bedeutungsverlust in der Wahrnehmung des Themas 

  • Es gibt das Signal, dass sich viele Nutzer (unter anderem auch Leitungen) aus Facebook wieder abmelden. Das könnte das fatale Signal ausstrahlen, dass der „Hype“ um die sozialen Medien vorbei ist und dadurch das Thema und die Nutzung wieder aus dem Fokus der kirchlichen Wahrnehmung gerät. Hierin liegt eine große Gefahr für die kirchliche langfristige Nutzung der sozialen Medien. („Social Media muss im Arbeitsalltag ankommen“). D.h. die Gefahr liegt darin, dass das Thema aus dem Bewußtsein gerade der Leitungsebene schwindet, da es nicht mehr „en vogue“ ist und nicht gesehen wird, wie sehr der Alltag von den sozialen Medien durchdrungen ist. (Stichwort: „Das wirklichen Revolutionen geschehen im Geheimen“)

Thema Nachwuchsfindung durch soziale Medien: Eine neue Generation 

  • Eine weiterführende Frage, die sich daraus ergibt, ist die Überlegung von Nachwuchsfindung über das Internet: Bereits auf der #kiw13 Tagung 2013 wurde das Thema der Nachwuchsgewinnung durch die sozialen Medien stark genannt. Dahinter steht nicht nur die Frage des Kanals, sondern auch die Frage, wie denn die diese Medien nutzende Generation inhaltlich für die Aufgaben in der Kirche interessiert werden können. 

Weitere Beobachtungen: 

  • Die Kommentarfreudigkeit nimmt ab (zunehmend „Gucker“) und es werden auch immer mehr Trolle und deren Unwesen sichtbar.
  • Die Vernetzung sowohl innerhalb bestehender Strukturen (wie Bistümern) als auch darüber hinaus sollte weiter gestärkt werden. („Vom Einzelkämpfer zum Netzwerker“)

CONCLUSION: Das Web als Resonanzboden des Evangeliums

  • Das soziale Web ist eine Kontrastfolie: Gesellschaftliche Entwicklungen werden in den sozialen Medien wahrgenommen und es erfolgen Reaktionen und Stellungsnahmen. Und diese verstärken sich durch den viralen Effekt der sozialen Medien mitunter immens. Andererseits werden auch sonst kaum wahrnehmbare Entwicklungen verstärkt, so dass sie erst durch die sozialen Medien groß und wahrnehmbar werden. Dies gilt gerade auch für religiöse Entwicklungen. Wobei der Begriff dessen, was religiös, christlich bzw. katholisch ist, stark nach dem Deutungsmuster variiert, das zugrunde gelegt wird. Anders ausgedrückt: Das Problem ist das alte Paradox von der Laterne und dem Schlüssel: In einer dunklen Nacht gibt ein Suchender einem Passanten folgende Antwort auf die Frage, was er denn suche: Ich suche meinen Schlüssel, ich habe ihn zwar nicht unter der Laterne verloren, aber hier ist es wenigstens hell und ich sehe etwas. Mit dem Blick auf die religiösen Entwicklungen des Internets stellt sich die Frage, ob religiöse Entwicklungen denn auch immer als solche erkannt werden (können). Welche Instrumentarien und Deutungsmuster des Transzendenten haben wir dafür?

  • Das untrügliche Gespür des Glaubensvolkes, der sensus fidelium, aber auch der allen Menschen zu eigen seiende ‘Glaubensinstinkt’ (instinctus fidei - die religiöse Anlage des Menschen), führen dazu, dass Menschen immer wieder auf Ungerechtigkeiten eines Systems, eines Unternehmens, einer Organisation, einer Interaktion etc. aufmerksam werden. Und, oftmals unter hohen persönlichen Opfern, treten diese Menschen dann für eine Besserung ein, sei es bei den Menschenrechten, der Verteilungsgerechtigkeit, der Massentierhaltung, der Umweltzerstörung etc. So kann auch die Vegan-Bewegung durchaus in der schöpfungstheologischen Dimension verankert und als Element des Religiösen gesehen werden. Dabei kommen nicht genuin neue Aspekte zu tragen, aber es werden bestimmte Facetten der religiösen Dimension (Botschaft, etc.) deutlich, die angesichts der aktuellen Zeitumstände besonders wichtig sind.

  • Dieses Potential, dieses Gespür für die Möglichkeit einer anderen Welt, kann ein Deutungsmuster sein, um auf theologische Entwicklungen durch, in und mit den sozialen Medien aufmerksam zu werden. Dadurch minimiert sich auch die Gefahr des „inner circle“ Problems. 

 Jürgen Pelzer,  19.03.2015

(Dieser Artikel als PDF: http://bit.ly/1ANLHOX)

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eine kirchliche Community… was kann und soll sie leisten? Lernen vom Kaffeemacher

Mittwoch 25. November 2009 von admin

Tchibo … momentan rauscht es ja im katholischen Internet:Startet Bertelsmann nun eine katholische Community cathoo.net oder doch nicht? Was ist der Mehrwert? Lohnt es sich noch (oder überhaupt) eine eigene katholische Community an den Start zu bringen? Viele sehen das Engagement eher skeptisch, weil unter anderem der Mehrwert nicht klar ist.
Bei der neuen Web 2.0 - Kampagne von Tchibo kam ich dann auf eine Idee: Was die katholische Kirche im Internet braucht, ist eine Plattform, ähnlich wie https://www.tchibo-ideas.de/  Die User schreiben hier über Probleme und andere User können Lösungen entwicklen oder schreiben. Tchibo schaut, ob brauchbare Ideen darunter sind und entwickelt daraus u.U. serienfertige Produkte. Ähnliche Ideen hatten ja auch schon P&G mit www.beinggirl.de und Starbucks mit www.mystarbucksidea.com. Vom Konsumenten zum Prosumenten (Mischung aus Konsument und Produzent - die klassischen Grenzen verschwimmen).

Ist das nicht auch das Entscheidende, was der Kirche im Web noch fehlt? So viele Probleme, und in allen Diozesen in denen ich tätig bin diesselben Herausforderungen - so oft wird das Rad neu erfunden, könnte da eine Problemlösecommunity nicht effektiv Abhilfe schaffen? Die Pfarrsekretärin, die in Ort x das Problem hat, das die Pfarrsekretärin aus y schon gelöst hat. Was denken Sie? Würde solch eine Fokussierung rein auf diese Problemlösemoment einer Community wie Bertelsmann sie plant den nötigen Mehrwert liefern? Denn was die Kirche im Web sicher nicht so sehr braucht ist ein katholisches Pendant zu StudiVZ, oder? Bin gespannt auf Eure / Ihre Meinungen…

Aufmerksam geworden bin ich unter: http://www.website-marketing.ch/4967-tchibo-ideas-so-funktioniert-zielgruppe-einbinden-im-web-2-0/

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Pope2You.net gestartet - Botschaft zum Welttag der sozialen Kommunikationsmittel

Dienstag 19. Mai 2009 von admin

pope2you-screenie.jpgDer Vatikan hat eine neue Jugendcommunity gestartet, http://www.pope2you.net

Ein erster Blick: 

Das erste Problem der Seite dürfte die URL sein. Nur ein .net führt zum Ziel: Die Domainendung .de ist gar nicht vergeben (scheinbar auch keine anderen länderspezifischen Topleveldomains), .com oder .org führen auf das Angebot und den Loginbildschirm einer Firma für Desktopvirtualisierungssoftware Parallels.

Ok, aber mit .net klappts, ich bin auf der Seite. Hm.. also in der Pressemitteilung wurde angekündigt: „Schon die Eingangsseite zeigt das: der Papst und die Jugendlichen.“, so Erzbischof Claudio Maria Celli bei der Vorstellung. Naja, denke ich mir, den Papst sehe ich, nur wo sind… ah ja, jetzt fallen mir links etwas ausgefadete Jugendliche auf, die im Kreis stehen und mich von oben her anlächeln. Ich will ja keine Bildinterpretation wagen, aber irgendwie sagt das Bild mir nicht “der Papst und die Jugendlichen” sondern der Papst … und da sind irgendwo auch ein paar Jugendliche versteckt. Eine Kluft.

“Präsentation der Nachricht” und “die Nachricht” - diese beiden Menüpunkte locken mich zum Anklicken: Was ist die Nachricht? Als Diplom-Theologe tippe ich mal auf das Evangelium. Ich tippe also auf “die Nachricht” und… zwei neue Buttons erscheinen: “Herunterladen” und “Email”. Ich tippe gespannt auf Herunterladen, wobei der Durchschnittsatheist hier wahrscheinlich schon abgeschreckt wäre, seinen Computer mit einem katholischen Virus zu infizieren. Achso, denke ich mir, als sich eine PDF Datei öffnet, es handelt sich also um die Nachricht zum Welttag der sozialen Kommunikationsmittel am 24. Mai.

Die Botschaft:
Darin spricht der Papst direkt die junge digitale Generation an und dutzt sie. Er spricht davon, dass die ältere Generation diesen fundamentalen Wandel, den die neuen Medien mit sich brachten, nur schwer nachvollziehen kann, aber dass sie auch die Potentiale sieht. Diese liegen vor allem darin, Verständnis und Gemeinschaft der Menschen untereinander zu fördern. Den Solidaritätsgedanken macht der Papst besonders stark: Die Vorteile müssen allen zu Gute kommen, vor allen den Bedürftigen und Schwachen. Medientheoretisch führt der Papst den Erfolg des Internets auf das Bedürfnis des Menschen nach Kommunikation und Freundschaft zurück. Er weist auch auf die Gefahr hin, dass die Freundschaftspflege im Internet zu obzessiv betrieben werden kann und dann das reale Leben darunter leidet. Alles in allem betont er aber die Möglichkeiten des Internets, die darin liegen, Freundschaft und Verständnis untereinander zu förder, betont aber auch die Notwendigkeit, nicht die Wahrheitsfrage dabei auszuklammern. Die junge digitale Generation sendet er am Ende: “Ich möchte diese Botschaft schließen, indem ich mich besonders an die jungen Katholiken wende, um sie zu ermuntern, das Zeugnis ihres Glaubens in die digitale Welt zu tragen. Euch jungen Menschen, die ihr euch fast spontan im Einklang mit diesen neuen Mitteln der Kommunikation befindet, kommt in besonderer Weise die Aufgabe der Evangelisierung dieses “digitalen Kontinents” zu.”

Weiter in der Seitenanalyse:

Was biete mir die Seite noch? Einen Link zum YouTube Kanal, einen Link zum H2O News Angebot für mein IPhone (oh je, ich habe gar keines). Und dann, das ist spannend, ein Wiki, um die Botschaft zu kommentieren. Toll, also klicke ich direkt darauf. Hm.. das was sich dann präsentiert erinnert wenig an ein WIKI. Ich kann einzelne Teile der Botschaft anklicken und dann… bin ich überfordert, obwohl ich mich zur digitalen Generation zähle. Die Überforderung gründet in einem fehlen italienischer Sprachkenntnisse, denn die unteren Menüpunkte sind italienisch gehalten. Ok, ich hatte aber Latein im Studium, ich bekomme eine erste Übersetzung hin und klicke auf “commenta pagina” in der Hoffnung nun meinen Teil zum Gesamtwerk beitragen zu können. Es öffnet sich eine Outlook Email Vorlage, in der der Empfänger ucs@chiesacattolica.it eingetragen ist. Oh, denke ich, mailto Befehle waren doch schon immer unter Usability-Gesichtspunkten untersagt gewesen. Davon abgesehen will ich nicht irgendwem Unbekannten eine Email Schreiben, ich will einen Wikibeitrag verfassen, und anders als der Name Wiki mir das verspricht (hawaianisch für “schnell”) kann ich hier nicht mal eben so mein Kommentar abgeben.

Nun, gut, es gibt aber noch das Herzstück: Die Facebook App (App für Aplication). Ich klicke darauf, logge mich bei Facebook ein und lese dann, dass ich Bilder vom Papst an meine Freunde senden kann und auch Emails erhalten kann. Ok,mal schauen, was erlaubt mir die App noch: Ich kann die Nachricht verschicken, kann auf alle Angebote von www.pope2you.org klicken und Postkarten versenden. Na gut, ich lade mal 8 Freunde ein. Dann klicke ich noch auf den Button “Fan” - Oh, immerhin ich bin der 100ste Fan der Facebook Applcation “Pope2you”. Sehr schön. Aber auch hier will mich niemand hören…

Kurzum: Der richtige Weg, den der Vatikan einschlägt, die Nachricht zum Welttag der sozialen Kommunikationsmittel ist gerade in Ihrer Kürze sehr treffend und wegweisend. Die Umsetzung ist allerdings noch davon gekennzeichnet, dass es sich primär um eine Einwegkommunikation handelt und die Möglichkeiten des Internets / Web 2.0 noch nicht so ganz ergriffen sind. Aber die Richtung stimmt. Wenn ich da an meinen Studienbeginn denke, hat sich doch einiges getan im Hinblick auf das Erkennen der Möglichkeiten des Internets für die Kirche.

Kategorie: Community, Jugend, vatikan | 1 Kommentar »

Ich chatte also bin ich… neue Studie

Montag 18. Mai 2009 von admin

Eine neue Studie des Hans Bredow Institut beschäftigt sich mit der Frage, wie Jugendliche das Web 2.0 nutzen. Eine sehr aktuelle und präzise Bestandsaufnahme: http://www.lfm-nrw.de/presse/?id=651

Kategorie: Community, Jugend, Nutzungsverhalten, Studie | Keine Kommentare »

Die wachsende Bedeutung der sozialen Netzwerke: Auch meine Nachbarin ist drin!

Dienstag 6. Mai 2008 von admin

Wer kennt wen

Vorgestern in der Online-Community www.wer-kennt-wen.de: Die Mutter meiner Nachbarin in meinem Heimatdorf möchte mich zu Ihren Kontakten hinzufügen. Moment!: Die Mutter wohlgemerkt! Passend zu diesem Phänomen kam eine interessante Meldung: Die Firma Datamonitor gibt Zahlen an, dass immer mehr ältere Menschen auf den Community-Zug im Netz aufspringen. Zur Zeit ist die Hitliste der “Social-Networker” in Europa:

  1. Großbritanien mit 9,6 Millionen Nutzern von Social Networking Diensten
  2. Frankreich mit 8,9 Millionen
  3. Deutschland mit 8,6 Millionen

Für 2012 prognostiziert die Firma 21,7 Millionen Nutzer, also knapp 1/3 der Bevölkerung. Warten wirs ab!

PS: www.wer-kennt-wen.de ist im Südwesten Deutschlands sehr verbreitet. Falls Sie mich dort treffen möchten: juergenpelzer ist mein Account bei wkw (wer-kennt-wen).

Kategorie: Community, Nutzungsverhalten, umfrage | Keine Kommentare »

Social Networking: Communities unter der Lupe

Donnerstag 10. April 2008 von admin

Der Spiegel hat vor einiger Zeit schon (Feb. 2008) auf eine “Studie” aufmerksam gemacht: Was Communitynutzer wirklich wollen: Es heißt dazu: “Durchgeführt von der Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg und der Freundliche Netzwerke GmbH Ende 2007. 46 Community-Betreiber und 172 Community-Nutzer wurden befragt, 14 große Netzwerke à la MySpace inhaltlich analysiert.”

Ok, 172 Befragte lassen den Terminus “Studie” etwas deplatziert erscheinen. Auch ein n=1 in Grafik 3 ist mehr als fraglich in seiner Repräsentativität. Sprechen wir lieber von einer Befragung.

Was gibt´s inhaltlich? Nicht viel Neues. Ein paar schöne Schaubilder, die ausdrücken, was jeder Community Nutzer schon wusste: Wichtig fürs Marketing ist die Mund-Propaganda, Flyer werden wenig wahrgenommen. 31% der neuen Nutzer werden durch Weiterempfehlungsanreize gewonnen.
Bei den Funktionen fällt auf, dass die Nutzer eine “Ignorieren Funktion” (also andere Nutzer sperren zu können) sehr wichtig finden, die Unternehmen aber nicht. Wichtig sind den Nutzern auch Geburtstagsfunktionen, die wiederum die Unternehmen gering einschätzen. Anders herum sind Unternehmen die Funktionen wie RSS-Feeds, Widgets und Belohnungssysteme wichtig, während diese bei den Usern einen geringen Stellenwert haben.
Die Beweggründe für eine Mitgleidschaft sind: Freunde wiederfinden (73%), Freunde sind auch drin (70%), Neue Freunde finden (32%) - Sprich, Communities werden hauptsächlich genutzt um mit bekannten Personen in Kontakt zu bleiben. StudiVZ, XING und Stayfriends sind die am meisten genutzten Communites. Nachgefragte Features sind Geburtstagsfunktionen (70%), Suchfunktion (54%) und aktuelle Inhalte auf der Startseite (44 %) [Anmerkung in eigener Sache: Das war unser Gründungsprinzip bei www.kath.de].
Viel mehr gibt die Befragung nicht her und sie ist mit Vorsicht zu genießen, da sie nur 172 Befragte einbezieht. Spannend ist die Diskussion zu dem Artikel über die Studie im Spiegel online Forum. Fazit ist, dass der Reiz von Communities darin liegt mit Bekannten Personen in Kontakt zu bleiben.

Es handelt sich dabei aber um keinen kurzfristigen Hype. Vielmehr ist ein Paradigmenwechsel in der Gesellschaft im Gange. Das neue Paradigma ist das Profil. Die online-Communities sind das Tool, der Rahmen, einer heranwachsenden Generation, die im Wandel hin zur Wissensgesellschaft aufwächst. Formattechnisch gesehen sind sie die logische Weiterentwicklung der Email.
Interessanter als die “Bonn-Rhein-Sieg Befragung” ist die Grundlagenstudie Community Effects der Tomorrow Focus AG. Sie untersucht Werbung und Marketingmöglichkeiten in Communities. Zitat: “ Wichtig in der jungen Nutzerschaft von Social Networking-Angeboten wie piczo.com, FOCUS Campus oder schwarzekarte.de ist die Selbstdarstellung in der Peer-Group. Dies gilt auch in Bezug auf virale Marketing-Aktionen. So ist Musik für Teenager das wichtigste Medium der Selbstdarstellung und Identifikation. Es nimmt im Alltag der audio-visuell orientierten Community-Nutzer einen hohen Stellenwert ein.”

Kategorie: Community, Nutzungsverhalten, Studie, virales Marketing | 1 Kommentar »

Community-Studie und Virales Marketing

Donnerstag 27. März 2008 von admin

Tomorrow Focus hat die Studie Community Effects 2008 rausgebracht: Es geht um Möglichkeiten des viralen Marketings und Werbung in Social Communities. Nicht unbedingt theologisch aber spannend:
Hier ist der Ergebnisberichtband im PDFormat abrufbar

Kategorie: Community, Studie, virales Marketing | 3 Kommentare »