Archiv für April, 2008

Social Networking: Communities unter der Lupe

Donnerstag 10. April 2008 von admin

Der Spiegel hat vor einiger Zeit schon (Feb. 2008) auf eine “Studie” aufmerksam gemacht: Was Communitynutzer wirklich wollen: Es heißt dazu: “Durchgeführt von der Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg und der Freundliche Netzwerke GmbH Ende 2007. 46 Community-Betreiber und 172 Community-Nutzer wurden befragt, 14 große Netzwerke à la MySpace inhaltlich analysiert.”

Ok, 172 Befragte lassen den Terminus “Studie” etwas deplatziert erscheinen. Auch ein n=1 in Grafik 3 ist mehr als fraglich in seiner Repräsentativität. Sprechen wir lieber von einer Befragung.

Was gibt´s inhaltlich? Nicht viel Neues. Ein paar schöne Schaubilder, die ausdrücken, was jeder Community Nutzer schon wusste: Wichtig fürs Marketing ist die Mund-Propaganda, Flyer werden wenig wahrgenommen. 31% der neuen Nutzer werden durch Weiterempfehlungsanreize gewonnen.
Bei den Funktionen fällt auf, dass die Nutzer eine “Ignorieren Funktion” (also andere Nutzer sperren zu können) sehr wichtig finden, die Unternehmen aber nicht. Wichtig sind den Nutzern auch Geburtstagsfunktionen, die wiederum die Unternehmen gering einschätzen. Anders herum sind Unternehmen die Funktionen wie RSS-Feeds, Widgets und Belohnungssysteme wichtig, während diese bei den Usern einen geringen Stellenwert haben.
Die Beweggründe für eine Mitgleidschaft sind: Freunde wiederfinden (73%), Freunde sind auch drin (70%), Neue Freunde finden (32%) - Sprich, Communities werden hauptsächlich genutzt um mit bekannten Personen in Kontakt zu bleiben. StudiVZ, XING und Stayfriends sind die am meisten genutzten Communites. Nachgefragte Features sind Geburtstagsfunktionen (70%), Suchfunktion (54%) und aktuelle Inhalte auf der Startseite (44 %) [Anmerkung in eigener Sache: Das war unser Gründungsprinzip bei www.kath.de].
Viel mehr gibt die Befragung nicht her und sie ist mit Vorsicht zu genießen, da sie nur 172 Befragte einbezieht. Spannend ist die Diskussion zu dem Artikel über die Studie im Spiegel online Forum. Fazit ist, dass der Reiz von Communities darin liegt mit Bekannten Personen in Kontakt zu bleiben.

Es handelt sich dabei aber um keinen kurzfristigen Hype. Vielmehr ist ein Paradigmenwechsel in der Gesellschaft im Gange. Das neue Paradigma ist das Profil. Die online-Communities sind das Tool, der Rahmen, einer heranwachsenden Generation, die im Wandel hin zur Wissensgesellschaft aufwächst. Formattechnisch gesehen sind sie die logische Weiterentwicklung der Email.
Interessanter als die “Bonn-Rhein-Sieg Befragung” ist die Grundlagenstudie Community Effects der Tomorrow Focus AG. Sie untersucht Werbung und Marketingmöglichkeiten in Communities. Zitat: “ Wichtig in der jungen Nutzerschaft von Social Networking-Angeboten wie piczo.com, FOCUS Campus oder schwarzekarte.de ist die Selbstdarstellung in der Peer-Group. Dies gilt auch in Bezug auf virale Marketing-Aktionen. So ist Musik für Teenager das wichtigste Medium der Selbstdarstellung und Identifikation. Es nimmt im Alltag der audio-visuell orientierten Community-Nutzer einen hohen Stellenwert ein.”

Kategorie: Community, Nutzungsverhalten, Studie, virales Marketing | 1 Kommentar »

Web 2.0 und die Zukunft des Online-Videos…

Mittwoch 9. April 2008 von Juergen Pelzer

YouTube hat vor allem bei Jugendlichen eine enorme Reichweite. SevenLoad, MyVideo u.a. bestätigen diesen Erfolg des Bewegtbildes im Internet. Doch was kommt danach?

Videos online stellen ist im Trend - VJ´s, so heisst es in der Medienszene, sind gefragt. Viele Institutionen planen, Ihren Webauftritt mit den schmucken OnlineVideos aufzupeppen. Doch ist das schon das Ende der Fahnenstange?

Nein, YouTube plant, wie man in Interviews lesen kann, dieses Jahr noch Live-Streaming Videos zu ermöglichen. Doch andernorts ist die Zukunft schon greifbar (oh, wie pathetisch - ich entschuldige mich): www.kyte.tv hat einen wirklich spannenden Ansatz: Man kann die Videos nicht nur live-streamen, auf Communitys wie facebook und myspace und auf mobilen Endgeräten einsetzen, sondern - und das ist der Clou - es gibt einen Livechat der Nutzer, die das Video gleichzeitig sehen. Das halte ich für einen innovativen Ansatz. Während ich bei YouTube nur sehe, wieviel Personen das Video noch zeitgleich sehen, kann ich bei kyte schon mit diesen chatten, in Kontakt treten und ihre Profile anschauen. Ich kann sogar von meinem Mobiltelefon die Filme live streamen und mit den Zuschauern chatten. Auch wenn das noch kaum jemand nutzt - wer nutzte schon 1995 Google ;-). Kyte verbindet auf jeden Fall in innovativer Weise zwei Trends, die noch nebeneinander laufen: Mobiltelefone und Online-Videos. Zudem ist das Chatsystem eine natürliche Weiterentwicklung der Online-Videos.

 www.kyte.tv ist einen Blick wert. Eine gute Einführung zu kyte als Video gibt es hier: http://www.kyte.com/platform/pg/overview_video. Ein Interview mit einem Investor und einem kyte-Gründer gibt es hier: 


Der ältere Herr ist einer der Investoren, Ron Conway, einer der ersten Investoren in Google, PayPal u.a. Der jüngere Mann ist Daniel Graf von kyte.tv

Apropos Film: Seit dem 8.4 ist der Film “Web 2.0″ online. http://www.web2null-derfilm.de/. Er entstand an der Hochschule für Medien in Stuttgart. Wer 35 Minuten Zeit hat, kann ihn anschauen. Ein netter Überblick über das, was alles Web2.0 ist. Er ist sicher gut gemacht, aber es fehlt mir etwas der rote Faden. Zuerst geht es um Barcamps, dann um Blogs. An dieser Stelle fragte ich mich, ob der Film noch etwas Neues bringt. Dann geht es viel um Startups, gefolgt von einigen fast philosophischen Zukunftsfragen, die Web2.0 aufwirft. Vor allem das Interview mit Tim O´Reilly ist interessant. Am Ende stellt Nicole Simon eine der spannenden Frage: Warum muss ich als Nutzer immer noch manuell meine vielen online-Profile etc. abgleichen? Wo ist hier die Entwicklung? Auch im Bereich Video bietet kyte hier eine neue Möglichkeit :-). Die verschiedenen Interviews am Ende des Films sind spannend. So stellt Lukasz Gadowski fest: Wir stehen im Eb2.0 erst am Anfang - recht hat er! Diese Interviews hätte ich mir persönlich als Einstieg gewünscht, denn Sie sind interessant - doch sehen Sie einfach selbst:


Der Film “Web 2.0″, enstanden an der Hochschule für Medien Stuttgart und eine Dokumentation des Web2.0

Kategorie: Online-Video, Web2.0 | 1 Kommentar »