Mehr Leitkultur als Leitmedium?

Freitag 9. November 2012 von admin

Poesie beschreibt die Bedeutung des Netzes: Das neue Funkkolleg des hr eröffnete am 3. Nov. 2012 das Thema „Wirklichkeit 2.0“ mit der ersten Sendung „Leitmedium Internet“. Ein toller Auftakt. Ein Kommentar dazu als Teilnehmer des Offenen Online Kurses:

Handelt es sich beim Internet um ein neues Leitmedium? Ja, und bereits in der Sendung wird deutlich, es ist noch mehr: eine neue Kultur, die vielfach noch unerkannt ist, aber dauerhaft durchaus das Potential enthält, zu einer Leitkultur zu werden, welche die Art und Weise unserer Zusammenarbeit, der Kommunikation und jenes seltsamen Konstrukts, das wir Gesellschaft nennen, verändert – ein schleichender Prozess.

Vielfach werden Studien zum Nutzerverhalten zitiert, geht es doch darum, faktisch zu belegen und zu bemessen, wie denn nun das Nutzerverhalten sei. Doch wer sollte es treffender ausdrücken als ein Dichter? Unter Verwendung einer Sprache die tiefer geht als reine Zahlenanalyse schrieb Anfang 2012 der polnische Dichter Piotr Czerski einen vielbeachteten Artikel in der Zeit (http://www.zeit.de/digital/internet/2012-02/wir-die-netz-kinder), aus dem der Kerngedanke der neuen Leitkultur Internet zitiert sei:

„Wir benutzen das Internet nicht, wir leben darin und damit. Wir sind im Internet aufgewachsen, deshalb denken wir anders.“

Das Internet verändert die Lebenswelt. Es ist mehr als ein Medium, wie der Dichter weiß:

„Das Internet ist für uns keine Technologie, deren Beherrschung wir erlernen mussten und die wir irgendwie verinnerlicht haben. Das Netz ist ein fortlaufender Prozess, der sich vor unseren Augen beständig verändert, mit uns und durch uns. „

Schnell hatte sich dafür der Begriff der „Digital Natives“ gefunden, den Marc Pensky sozusagen erfand. Er macht den Generationsschnitt ungefähr 1980 (+/-) fest. Die digital immigrants müssen die neue Technik und Kultur des Internets allerdings noch erlernen. Nun hat man schon ein grobes Raster zur Einteilung. Johannes Gauck ist es gelungen ebenfalls Anfang 2012 eine sehr fundierte Studie zum Internet-Nutzungsverhalten zu machen. Anders als Studien, die z.B. jeden Internetnutzer als Online bezeichnen, der einmal in der Woche privat online geht, führt Gauck noch eine dritte Kategorie ein, die gar nicht mal so unbedeutend ist: Die der Offliner.

Wohlgemerkt, diese gab es schon vorher, und andere Studien nennen sie ebenfalls, jedoch macht Gauck in seiner Studie einen erheblich größeren Anteil an Offlinern in Deutschland aus. In dieser Studie, der DIVSI Studie 2012 (https://www.divsi.de/divsi-milieu-studie), würde jemand, der einmal in der Woche online geht um z.B. Mails abzurufen nicht als Onliner zählen wie in anderen Studien. Warum? Der entscheidende Ansatz der DIVSI Studie beruht auf der Arbeit des Sinus Institutes und der Sinus Studien. Die DIVSI Studie macht die mentale Einstellung, die Frage, ob man das Internet lebt – oder nur nutzt (wenn diese Vereinfachung hier einfach einmal gestattet sei)  sehr genau in den zehn Milieus in Deutschland fest. (siehe DIVSI Studie). Viel deckt sich mit Prenskys Altersvermutung, aber eben nicht alles. DIVSI erklärt, warum es unter den jungen Nutzern, den digital natives Verweigerer gibt und unter den alten Hasen, den immigrants, so viele Heavy-User.

Aber interessanterweise entstehen auch in anderen Milieus, vor allem dem sozial-ökologischen, klar definiertes bewusstes Ablehnungsverhalten gegen die Möglichkeiten des Web 2.0 / Social Media. Zwar nutzt man in dieser Mentalität der digital Outsiders schon mal das Netz und mailt und kauft auch mal auf Ebay, aber man braucht das Netz nicht zum Leben.

Kurzum: Wer sich für die Internet-Mentalitäten interessiert, findet in der DIVSI Studie und der Sinus Verbraucheranalyse 2011 (VA 2011 – Mediennutzung) das beste zur Zeit erhältliche Material zur Lage in Deutschland. Dort erfährt man auch, dass beispielsweise das Milieu der Expeditativen mit 64% Facebooknutzern am aktivsten ist, während z.B. die Bürgerliche Mitte und die Traditionellen als Milieu in der Facebooknutzung unter 1o% liegen.

Der Dichter sei zum Abschluss nochmals zitiert – in einer Aussage, die in ihrer tiefgreifenden Beschreibung eines Wandels von Kultur, bedenkens-wert ist:

„Die Teilnahme am kulturellen Leben ist für uns keine Beschäftigung für den Feiertag. Die globale Kultur ist der Sockel unserer Identität, wichtiger für unser Selbstverständnis als Traditionen, die Geschichten unserer Ahnen, sozialer Status, die Herkunft oder sogar unsere Sprache.“

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Die christliche Antwort auf YouTube:

Montag 13. Februar 2012 von admin

Antonius Funke Preis als Internet-Innovationspreis ausgelobt

You Tube – „du sendest“ ist gleichsam das Motto einer ganzen Generation von Internetnutzer. Auf Plattformen wie Facebook, Youtube, Twitter und anderen teilen sich Menschen mit und pflegen Beziehungen: Der immer häufiger anzutreffende Begriff Social Media macht auf diesen Paradigmenwechsel im Medium Internet aufmerksam. Unter allen diesen Beiträgen, Posts und Statusupdates finden sich auch viele religiöse Zeugnisse katholischer und evangelischer Christen, welche andere dadurch inspirieren und vernetzten möchten. Diese zu würdigen ist Ziel des neuen Antonius Funke Preises. Er zeichnet das Internet und Social Media Engagement von Christen aus und belohnt innovative Projekte.

Das Besondere: Mitmachen kann jeder Christ/in, der Preis richtet sich analog zu den Social Media nicht an bestimmtes Fachpublikum. Den ersten Preisträgern/in erwarten 1.000 Euro. Insgesamt werden 1.700 Euro auf drei Plätze verteilt. Der oder die Gewinner werden nach Stuttgart eingeladen, um den Preis auf der fünften Fachtagung Kirche im Web 2.0 in der katholischen Akademie entgegenzunehmen.

Internetseiten, Aktionen und Projekte können einfach unter antonius-funke-preis@pressebund.de eingereicht werden mit einer kurzen Beschreibung. Es können auch fremde Projekte eingereicht werden. Eine hochkarätige Jury aus Wirtschaft und Wissenschaft wird die Gewinner unter allen Einsendungen aussuchen. Einsendeschluss ist der 17. Februar 2012. Ausrichter des Antonius Funke Preises ist der katholische Pressebund in Kooperation mit verschiedenen Einrichtungen.
Weitere Informationen unter: http://www.pressebund.de/antonius-funke-preis-2012

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Media Markt - Weihnachten - und ein Lehrstück in Sachen Social Media PR- und Firmenpolitik

Mittwoch 7. Dezember 2011 von admin

Media Markt Shitstorm weihnachten KrippeKreischende Kinder, die seltsam traumatisiert wirken,  tanzen wie verrückt um einen Weihnachtsbaum - man fühlt sich an den Tanz um das goldene Kalb erinnert… eine Szene aus einem aktuellen Werbespot.

Laut Media Markt ist das eine ganz normale Weihnachtswerbung unter dem Gesamtslogan “Weihnachten wird unterm Baum entschieden”. Nicht nur, dass diese Kampagne von manch einem als nervend empfunden wird, es trifft viele Christen auch an einer empfindlichen Stelle, denn sie fühlen sich in ihren Wertvorstellungen verletzt. Weihnachten wird pervertiert zum reinen Kommerzereignis, dessen Güte sich an der Qualität der Geschenke entscheidet (die besten bekommt man natürlich im Media Markt).

Doch in Zeiten von Social Media regt sich Widerstand - und das zieht schnell große Kreise - zum Glück. Am Freitag, dem 2.12 denkt sich in Pegnitz M. Zink, dass sie etwas dagegen tun muss und startet einfach mal in Facebook die Event-Seite “Weihnachten wird in der Krippe entschieden” ohne zu ahnen, wie vielen sie damit aus der Seele spricht. Bis zum 7.12 hat die Seite weit über 10 TSD Fans generiert, es werden Boykottaufrufe gestartet, Emails an den Media Markt gesendet. ARD und Welt berichteten noch am Mittwoch, dem 7.12. Und wie reagiert der Media Markt? Nun, so wie man nicht mit dem Publikum in den Social Media umgehen sollte. Zunächst kommt die Presseerklärung wie eine Entschuldigung daher, doch dann entpuppt sich der Kern - eine Belehrung, die deutlich wird in einem Satz, der die ganze Haltung des Media Marktes ausdrückt: “Vor diesem Hintergrund bitten wir Sie, unsere Werbung nicht anders zu interpretieren, als sie gemeint ist.” - Ein Schuft wer hier denkt, der Media Markt wölle Weihnachten herabwürdigen. Das aber die Christen einfach zu wenig locker sind, die Werbung r i c h t i g zu verstehen, nämlich mit einem Augenzwinkern! Aber noch besser ist eigentlich der folgende Satz der Presseerklärung: “Uns ist bewusst, dass unsere Spots nur einen kleinen Ausschnitt aus dem Gesamtereignis des Weihnachtsabends zeigen und den eigentlichen Anlass des Weihnachtsfestes, die frohe Botschaft von Jesu Geburt, nicht vollumfänglich darstellen können.” Äh, lieber Media Markt, also jetzt muss ich sie wiederum bitten, ihre eigene Werbung nicht anders zu interpretieren als sie wirklich daherkommt - denn von der frohen Botschaft von Jesu Geburt - kommt imo nicht sehr viel in Ihren Spots herüber.

Jedenfalls bin ich sehr froh und dankbar für die Gegenaktion und werde es freudig weiter beobachten, wie sich Christen aus allen Bereichen unter dieser gemeinsamen Zielsetzung sammeln: Den Sinn der Weihnacht im Blick zu halten.

Die “Presseerklärung” im Sinne der offziellen Antwort auf Anfragen vom 7.12 im Volltext:

Sehr geehrter Herr XXX,

vielen Dank für Ihre Anfrage. Gerne nehmen wir hiermit unsere Stellung hierzu.

Sie beziehen sich auf unsere aktuelle Werbekampagne und kritisieren, der Slogan „Weihnachten wird unterm Baum entschieden“ sowie die szenische Umsetzung in unseren Spots würden religiöse Gefühle von Christen verletzen und das christliche Fest entwürdigen, weil es nur noch um Materielles ginge.

Media Markt ist ein in Bayern gegründetes, international tätiges und weltoffenes Unternehmen, das Mitarbeiter aus unterschiedlichsten Ländern und Kulturkreisen sowie verschiedenster religiöser Weltanschauung beschäftigt. Seien Sie vor diesem Hintergrund versichert, dass wir die religiösen Gefühle von Christen als auch von Angehörigen aller anderen Religionsgemeinschaften hoch achten. Von dem Vorwurf wir würden religiöse Symbole oder Glaubensinhalte in unserer Werbung herabwürdigen, möchten wir uns klar distanzieren.

Wir sind davon überzeugt, dass unsere aktuellen Werbespots nicht als eine solche Herabwürdigung verstanden werden können. Die Spots unserer Kampagne zeigen Ausschnitte aus unterschiedlichen Weihnachtsfesten. In allen Spots ist das gemeinsame Feiern im Kreise der Familie am Weihnachtsabend zu sehen. Unterschiedlichste Menschen packen ihre Weihnachtspäckchen aus – wobei wir die Freude sowohl bei den Beschenkten als auch bei den Schenkenden zeigen. Der religiöse Hintergrund von Weihnachten ist uns dabei natürlich bewusst. Dennoch ist es in den meisten Familien eine schöne Tradition, seinen Lieben zu Weihnachten ein Geschenk zu machen. Dies steht aus unserer Sicht in keiner Weise dem christlichen Verständnis von Weihnachten als Fest der Liebe und Freude entgegen. Wir zeigen in unseren Spots Szenen, die für viele Familien zu einem traditionellen Weihnachtsfest dazugehören. Auch das Aufstellen eines Weihnachtsbaums ist ein sehr alter Brauch, der mit den religiösen Ursprüngen des Weihnachtsfestes nicht ursächlich zu tun hat, aber gerne gepflegt wird – von Katholiken genauso wie von Protestanten. Die Ausschnitte, in denen sich Menschen sehr über ihre Geschenke freuen, sind liebevoll überzeichnet, so dass sie ein Schmunzeln auslösen. Wir haben dabei in der Vergangenheit stets die Erfahrung gemacht, dass die Menschen in Deutschland die Werbung von Media Markt so verstehen, wie sie gemeint ist: meist überzeichnet, aber immer mit einem Augenzwinkern und niemals gegen einzelne Personen oder Personengruppen gerichtet. Den Vorwurf, die aktuelle Kampagne würde ein christliches Fest zu einem beliebigen Ereignis herabwürdigen, möchten wir entschieden zurückweisen.

Der Slogan „Weihnachten wird unterm Baum entschieden“ weist lediglich auf den Vorteil unserer Weihnachtspreisgarantie hin, mit der wir unseren Kunden ein klares Versprechen geben: Das heißt: Sollte sich nach Weihnachten in dem Media Markt, in dem der Kunde einen Artikel - z.B. ein Geschenk - erworben hat, der Preis für dieses Produkt niedriger sein als zum Zeitpunkt des Kaufs, erstattet der Markt den Preisunterschied zurück. Media Markt gewährt die Weihnachtspreisgarantie bis zum 7. Januar 2011, sofern das Produkt noch verfügbar ist. Der Kunde kann sich also darauf verlassen, dass er vor Weihnachten unbesorgt bei Media Markt Geschenke kaufen kann, ohne sich darüber Gedanken machen zu müssen, ob das Präsent nach Weihnachten gegebenenfalls günstiger sein wird.

Vor diesem Hintergrund bitten wir Sie, unsere Werbung nicht anders zu interpretieren, als sie gemeint ist. Uns ist bewusst, dass unsere Spots nur einen kleinen Ausschnitt aus dem Gesamtereignis des Weihnachtsabends zeigen und den eigentlichen Anlass des Weihnachtsfestes, die frohe Botschaft von Jesu Geburt, nicht vollumfänglich darstellen können.

Wir hoffen sehr, Ihnen unsere Sichtweise hiermit nachvollziehbar dargelegt zu haben und stehen für jegliche Rückfragen selbstverständlich jederzeit gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

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Medienethisches Impulspapier : Medienkompetenz in der pastoralen Ausbildung und im Theologiestudium

Mittwoch 29. Juni 2011 von admin

Mainz, 29. Juni 2011. Die Deutsche Bischofskonferenz hat heute das medienethischen Impulspapier „Virtualität und Inszenierung – Unterwegs in der digitalen Mediengesellschaft“ vorgestellt. In ihm wird die theologische Bedeutung der Medien, vor allem des Internets, erörtert. Zentrale Impulse für die kirchliche Medienarbeit sind demnach:

  • In der Ausbildung von pastoral Tätigen als auch im Studium der Theologie soll „Medienkunde“ ein verpflichtender Baustein werden. [115]
  • Ein Institut für Medienkompetenz, angesiedelt bei der DBK, soll die bereits vorhandenen Aktivitäten bündeln [116]
  • Crossmedialität ist das Gebot der Stunde, eine sinnvolle Vernetzung aller Distributionswege und ein jeweils angepasster  Medienmix (oder auch: Toolmix). [117]

Das Papier fußt auf der Grundannahme, das Authentizität in der Glaubensvermittlung der Schlüsselbegriff ist [119 und das gesamte Kap. IV].

Theologisch fußt das Dokument stark auf Comunio et progressio und greift dessen Grundgedanken auf: „Gemeinschaft und Fortschritt sind die höchsten Ziele der medialen Kommunikation“. Die Idee aus Communio et progressio wird aufgegriffen, das die neuen Medien die Menschen an einem runden Tisch versammeln. Besonders deutlich macht das Papier gegenüber Communio et progressio, dass die neuen Medien gerade auch die Wirklichkeit nicht nur erschließen, sondern auch konstruieren.

Kommentar:

Das Dokument analysiert treffend die Veränderungen und Herausforderungen die sich durch das Internet als neues Kommunikationsmittel ergeben. Die Impulse zur Verankerung der Medien/ Internetkompetenz sind sehr begrüßenswert und richtungsweisend. Bei der Analyse der Veränderungen würde ich sogar noch an einer Stelle einen Schritt weiter gehen und sagen, dass die Frage zum einen sicher ist, wie wir als Kirche mit den neuen Kanälen gewissen Zielgruppen/Milieus etc. crossmedial erreichen. Ich würde aber auch sagen, dass das Sender-Empfänger Schema nicht die ganze Realität des Web 2.0 beschreibt. D.h. es geht auch darum zu schauen, welche Beteiligungsstrukturen Kirche im Web 2.0 als wichtigem Teil der Medienwelt fördern kann. Ganz im Sinne der Theorie der Charismen im Netz, die unterstützt werden als weniger die Sicht auf die Web 2.0 Tools als Kanäle oder  Instrumente (das Wort begegnet häufiger) sondern als Räume bereits milieuspezifisch ausgeprägter Glaubensstrukturen neben den herkömmlichen. „Facebook ist meine Gemeinde“, so der Ausspruch von Brummer anlässlich der Vorstellung des Papiers. D.h. die Web 2.0 Tools sind nicht nur Instrumente, sie sind auch ein Stück weit die gelebte Glaubensrealität eines Teils der Menschen (vor allem der C-Milieus). Der Glaube inkulturiert sich in die durch die neuen Medien geschaffenen Räume: Netzinkulturation. Demnach bleibt die Frage „Wen erreichen wir wie mit welchen Mitteln“ als Kernfrage der PR und Medienarbeit relevant – Sie wird ergänzt um den Blickwinkel „Was bedeuten diese neuen Glaubens- und Vergemeinschaftungsformen für uns als Kirche?“.

Und dabei ist das Papier richtungsweisend und wirklich impulsgebend. Die gemachte Anregung zur Erweiterung ist besonders in Bezug auf die Aufgabenbeschreibung des geplanten Institutes interessant: Vernetzen, Unterstützten und eben auch zuhören, wie Glaube bereits neue Formen der Vergemeinschaftung findet, in durch und mit den neuen Medien.

Politische Forderungen sind ebenfalls enthalten, so etwa die nach der Einführung eines Faches Medienkunde an Schule. Auch die politische Dimension des Themas wird betont, indem die Netzpolitik zu einem zentralen Thema werden soll. Gerade auch die Bedeutung des Internets für die Bildungseinrichtungen wird betont.

Diese Punkte finde ich aus demokratischer Bürgersicht immens wichtig und auch für das Profil der Kirche in Deutschland wichtig. Deswegen ist für mich auch die Bewahrung der Netzneutralität entscheidend. Kirche kann hier auch eine historisch bedeutende Rolle einnehmen.

Mit solch einem Papier im Rücken freue ich mich auf die weitere Arbeit in an und mit der Netzinkulturation. Auch für die Arbeit in der universitären Ausbildung von Relgionslehrer/innen in Frankfurt und die Arbeit im Kompetenzzentrum Internet ist das Dokument eine wichtige Grundlage.

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Eine kirchliche Internetstrategie auf Basis der Charismen

Donnerstag 18. März 2010 von admin

Charismen im Internet
Eine spirituell-theologische Grundlegung einer kirchlichen Internetstrategie

[Der Artikel als PDF Datei]
[Die Powerpointpräsentation der Tagung Kirche im Web 2.0 - März 2010]

kirche20.jpgWelche Möglichkeiten bietet das Internet der Kirche? Diese Frage leitet mich in meiner Arbeit. Nach einem ersten Vortrag mit positiver, anregender Resonanz im KSI in Bad Honnef im Januar 2010 habe ich meine Charisma-orientierte  kirchliche Internetstrategie einmal etwas ausgefaltet, in der Akademie Stuttgart im März 2010 zur Diskussion gestellt, und will Sie hier in der aktuellen Version öffentlich zur Diskussion anregend zur Verfügung stellen. Ganz dem phänomenologischen Ansatz verbunden in drei Schritten: Sehen – Urteilen – Handeln. Kern dieser Strategie ist es, nicht mehr im klassischen Sender-Empfänger Modell zu denken. Es geht also nicht um die Frage, wie erreichen wir wen über das Internet mit welcher Botschaft, sondern zu schauen, wo im Internet bereits Aktivitäten sind, und diese dann gezielt zu unterstützen. Diese Unterstützung kann in verschiedenen Formen geschehen: Es geht darum zu schauen, wo bereits Energien im Internet sind und diese zu unterstützten. Die Aufgabe der kirchlichen Internetstrategie besteht in diesem Modell primär im Unterstützen:

Sehen wir die Fakten:

·         Soziale Netzwerke als Killer-Applikation des Netzes:
Jugendliche und junge Erwachsene nutzen das Internet sehr häufig – ca. 1-2 Stunden täglich. Dabei stehen neben Wikipedia, Google und YouTube ganz klar die Sozialen Netzwerke (StudiVZ, SchuelerVZ, Facebook) im Mittelpunkt der Internetnutzung. Die JIM Studie und die ARD ZDF Online Studie belegen diesen stabilen Trend.

·         Religion ist auch in den sozialen Netzwerken präsent:
In den sozialen Netzwerken bilden sich ohne organisationelle Anregung, Unterstützung oder Finanzierung viele religiöse Gruppen. (siehe Studie der Goethe Universität).

·         Die Gemeinden, Einrichtungen und Verbände haben kaum eigene Ressourcen:
Die Hauptpräsenz von Kirche geschieht an den Schnittstellen, d.h. in den Gemeinden / Seelsorgeeinheiten, Einrichtungen, Verbänden, Gemeinschaften der Gemeinden (je nach Bistum variieren die Namen dieser Einheiten). Dort sorgen tausend Hauptamtliche und Ehrenamtliche für den Kontakt der Menschen (und Jugendlichen) mit Kirche. Dieser Mitarbeiter sind nicht zuletzt durch Umstrukturierungsprozesse zeitlich und finanziell bis über die Grenzen ausgelastet. Ressourcen stehen kaum zur Verfügung. Dennoch sehen diese Mitarbeiter, nicht zuletzt aufgrund von Erfahrungen mit eigenen Kindern oder Kontakten zu Jugendlichen, den fundamentalen Wandel in der Art und Weise, wie Jugendliche kommunizieren. Oft fehlt Ihnen aber das Verständnis der jeweiligen Leitung für die Bedeutung der Nutzung von Internet in der Arbeit. (diese Beobachtungen habe ich in vielen weiterbildung-live Workshops und Seminare immer wieder bestätigt bekommen)

·         Die Gesellschaft teilt sich in 10 Milieus:
Wir leben in der Sinus-Gesellschaft. Die Aufsplitterung der Gesellschaft in 10 etwa gleichgroße Milieus, die sich gegenseitig kaum noch verstehen, ist ein Fakt. Man kann es im realen Leben beobachten. Die Kirche erreicht mit ihren jetzigen Angeboten (Sonntagsgottesdienste, Pfarrbriefe, Flyer) die Milieus der Traditionalisten, Bürgerlichen Mitte, Konservativen. Besonders die jungen Milieus, der Hedonisten, Modernen Performer, Experimentalisten sind dagegen besonders im Internet aktiv.

·         Die Ressourcen werden knapper:
Es ist mit einem massiven Rückgang der Kirchensteuer zu rechnen, der zu radikalen Veränderungsmaßnahmen und zu sinkenden Ressourcen führen wird.

Urteilen – Kriterien für den Erfolg

·         Motivation statt Überforderung an der Basis herstellen:
Eine erfolgreiche Internetstrategie muss darin bestehen, vor allem die Mitarbeiter an der Basis zu unterstützen und nicht zu überfordern. Oftmals sind Projekte auf der mittleren Ebene (Bistumsebene oder Vereinsebene) dadurch gekennzeichnet, dass sie hohen personellen oder finanziellen Aufwand erfordern. Es werden externe Agenturen beauftragt, die Webdesign, Technik etc. umsetzen und die Kosten für solch ein Projekt sind schnell im 4-5 stelligen Bereich. Auf die Mitarbeiter an der Basis hat dies die Signalwirkung, dass Internet a) eine kostspielige und b) eine aufwendige Angelegenheit ist. Das führt dazu, das Thema Internet mit Vorsicht zu behandeln. Hier kann eine Internetstrategie Motivation aufbauen, indem Sie nicht den Druck vermittelt, dass die Gemeinde nun noch viel Zeit, Energie und Geld in eigene Internetprojekten stecken muss. Im Gegenteil: Das Internet ist nicht ein neuer Kanal, der im alten Schema Sender – Empfänger wieder und zusätzlich aufwendig bestückt werden muss, sondern der die Möglichkeit bietet, die Potentiale des Internets zu sehen.

·         Eine Strategie muss die Sinusmilieus berücksichtigen:
Es ist nicht möglich, alle Milieus anzusprechen. Die Sinusstudie wurde in kirchlichen Kreisen auch deshalb lange Zeit nicht recht wahrgenommen, da die logische Frage „Was nun?“ nicht beantwortet werden konnte. Eine kirchliche Internetstrategie muss auf der Basis der Sinusmilieus ansetzen und die Frage beantworten, wie die verschiedenen Milieus vor dem Hintergrund knapper werdender Ressourcen erreicht werden können? Muss der derselbe Inhalt in 10 verschiedenen Verpackungen angeboten werden, oder gibt es nicht doch ein über alle Milieus hinweg bestehendes, einzigartiges Verkaufsargument für Kirche?

·         Nachhaltigkeit durch Ressourcenschonung:
Eine Internetstrategie muss berücksichtigen, dass immer weniger hauptmatliches Personal, Kapitel und Zeit zur Verfügung steht, um eigene redaktionelle Inhalte zu bestücken.

Handeln

·         Grundthese: Die in den verschiedenen Netzwerken aus eigenem Antrieb aktiven religiösen Nutzer sind der Schlüssel einer kirchlichen Internetstrategie.

·         Die Charismen entdecken  und unterstützen:
Theologisch gesprochen, bieten die verschiedenen Netzwerke die Möglichkeit in den verschiedenen Milieus die Charismen (im Sinne von geistinspirierten Personen) zu identifizieren. Diese können gezielt unterstützt und gefördert werden. Dies sind die Kommunikatoren, Mediatoren des Evangeliums in den verschiedenen Milieus über das Medium Internet, dem primären Ort der Sozialisation von Jugendlichen und jungen Erwachsenen (wie die BDKJ Sinusjugendstudie resümiert)
Wer sind diese Charismen? Das sind die Jugendlichen, jungen Erwachsenen, die religiöse Gruppen in den sozailen Netzwerken gründen und Gruppenmitglieder um sich scharen.
Wie sieht die Unterstützung konkret aus? Einfachste Ebene: Verlinkung. Viele der religiösen Gruppen in den Netzwerken sind nicht verlinkt mit der Webseite der Gemeinde Einrichtung etc. Beispiel: Die Pfarrgemeinde St. Hedwig hat eine Webseite. Uwe, der Obermessdiener hat aber schon längst in SchülerVZ eine Gruppe mit mittlerweile 26 Mitgliedern für die Messdiener von Sankt Hedwig angelegt. Beide Internetangebote stehen isoliert nebeneinander, statt aufeinander hinzuweisen. Die Initiatoren dieser Gruppen sollten Wertschätzung und Unterstützung erfahren, eingeladen werden, eingebunden werden in die Öffentlichkeitsarbeit.

·         Erstkontakt herstellen, auf die Menschen zugehen:
Neben der thematischen Gruppensuche in den Netzwerken bieten die meisten Communitys auch die Möglichkeit Personen nach Orten zu suchen. Neben den bereits aktiven religiösen Nutzern können dadurch auch neue Erstkontakte aufgebaut werden. Pfarrer Dr. Hermes macht dies bspw. in dem sozialen Netzwerk in XING (siehe Interview in der Studie der Goethe-Universität)

·         Blogger als Mediatoren im Netz:
Dasselbe gilt für christliche Blogger. Die erste Konferenz christlicher Blogger ist ein wichtiges Ereignis im Kirchengeschehen. Blogger werden in Ihrem Wert für die Kommunikation der Kirche noch kaum wahrgenommen.

·         Jugendliche ans Netz heranführen:
Ermutigung und Befähigung zum digitalen Zeugnis. Auf Diensten wie den sozialen Netzwerken oder wie blogger.com oder wordpress.com können Jugendliche ohne großen Aufwand eigene Gruppen bzw. Blogs anlegen. Kirche sollte vor Ort die Jugendlichen gezielt an das Medium Internet heranführen und diese Sprachfähig machen. (Natürlich müssen dazu ersteinmal die Hauptamtlichen diese Fähigkeiten gezeigt bekommen). Meine Erfahrung ist aber, dass viele meiner Seminarteilnehmer die Erfahrung machen, so ein Blog oder so eine Gruppe (z.B. in StudiVz oder Facebook) ist ja ganz einfach anzulegen und zu pflegen.

 

Vorteile der Strategie:

·         Es erfordert kaum Zeit-Ressourcen und keine technischen oder finanziellen Ressourcen.

·         Es stellt keine Überforderung dar, da die Umsetzung nicht auf den Schultern der Hauptamtlichen lastet.

·         Es bietet eine Möglichkeit, in den verschiedenen Milieus Kommunikatoren zu finden, ohne dass die Hauptamtlichen sich Gedanken machen müssen, wie Sie die 10 Milieus wohl erreichen können.

·         Erste Studien deuten darauf hin, dass die verschiedenen Milieus auch in verschiedenen Communities aktiv sind: So hat z.B. myspace ein anderes Publikum als die Business Community XING, und diese wiederum ein anderes Publikum als wer-kennt-wen. Die Vielfältigkeit der Sinusmilieus bildet sich also auch in den verschiedenen Communities ab.

 

Probleme der Strategie:

·         Es ist ein Kontrollverlust.

Fazit

·         Keine Strategie ohne Schattenseiten. Die Kernfrage ist: Sind die Schattenseiten es wert, in Kauf genommen zu werden, um
a) dadurch einen besseren Zustand zu erhalten in Bezug auf das ursprüngliche Problem (Kirche und Internet) und
b) angemessen auf die Ausgangslage zu reagieren?

Mein Fazit: Ja. Probleme werden sich auf dem Weg noch zeigen, manches Problem sich als erdacht herausstellen.

Flankierende Maßnahmen:

·         Der Charisma Gedanke sollte im Vordergrund stehen. Angefügt noch einige Überlegungen:

·         Arbeiten mit OpenSource Software. Viele Agenturen bieten ihren kirchlichen Kunden maßgeschneiderte Programmlösungen an, die lizenzpflichtig und mit einem hohen Pflegeaufwand verbunden sind. Die Weiterentwicklung wird meistens von Seiten der kirchlichen Kunden mitbezahlt. Open Source hingegen ist lizenzfrei und wird von der Community weiterentwickelt, aus dem Bestreben heraus, etwas Gutes zu tun. Meist sind diese Programme auch noch kostenfrei.

·         Arbeiten mit externen Dienstanbietern. Wer bei blogger.com oder wordpress.com einen Blog anlegt, muss nichts zahlen und hat auch keine Folgekosten für die technische Betreuung. Solche externen Dienstanbieter gibt es mittlerweile für alle Formate des Internets. So z.B. Wikispaces fürs Wikis. Dies kommt einer an Ressourcen immer ärmer werdenden Kirche entgegen.

Theologisch gesehen entspricht das auch dem Geist des II. Vatikanums, wie Andrea Mayer-Edoloeyi (www.andreame.at) mir dankenswerter Weise in der letzten Diskussion im Blog geschildert hat. Auch Andre Boeing danke ich für die anregenden Gedanken zum Resonanzgruppenmodell in der XING Gruppe Kirche im Internet.

Passend zu diesem Modell stelle ich – ganz dem OpenSource Gedanken verbunden – zur allgemeinen kostenlosen Nutzung eine selbst entwickelte Grafik zum Thema Kirche im Internet unter einer CC Lizenz zur Verfügung: Wer mag nutze Sie für Flyer, Webseiten, etc.

 

Die Grafik zum vergrößern und herunterladen bitte anklicken:

 

kirche20.jpg

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Papst: Priester sollen bloggen!

Dienstag 26. Januar 2010 von admin

Der Vatikan forciert seine Internet und Web 2.0 Kampagne, wie dieser Artikel zeigt: http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,673651,00.html

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Kirche im Web 2.0 - Ein Fazit

Freitag 15. Januar 2010 von admin

web20kirche.jpg
Heute auf dem Honnefer Forum für Öffentlichkeitsarbeit habe ich versucht ein Abstract meiner 5 Jahre Erfahrung mit dem Einsatz von Web 2.0 im kirchlichen Bereich zu geben. Alles auf einer Grafik.

Dabei ist es immer deutlicher geworden, dass wir beim Thema Web 2.0 nicht über Techniken sprechen, sondern über anthropologische und theologische Aspekte. Das klassische Sender-Empfänger Modell ist uns so in die Wiege gelegt, wir müssen es aber verlassen und schauen, wie Glaubenskommunikation gelingt - denn das unterscheidet uns von der Telekom und anderen: Durch das persönliche Zeugnis einzelner, aus der je eigenen Peer-Group.

Die Firmen haben das schon im Bereich der Unternehmen lange erkannt und präfen den Begriff des Prosumenten, d.h die Firma produziert nicht mehr ein Produkt für die verschiedenen Zielgruppen, sondern bindet die Kunden direkt als Produzenten und Ideenegeber mit ein in den Prozeß. Das ist auch die Chance für die Kirche: Sie kann dabei unterstützen, das die Mitglieder in der digitalen Welt zu Glaubenszeugen werden und zur Matyria befähigt werden . Wie? Indem Sie die Charismen identifiziert. In den Communities bilden sich viele relgiöse Gruppen. Diese werden (zumeist) gegründet von Jugendlichen, die ein Charisma haben, eine Gabe - technisch aber auch die Gabe Menschen um sich zu scharen und für ein Thema zu gewinnen. Diese Entwicklung sollte gefördert und unterstützt werden.

Das beginnt damit, dass in vielen Bistümern der Zugang von Bistumsrechnern zu StudiVZ und anderen COmmunities nicht möglich ist. Ein ganz basale Angelegenheit: Auf dem Areopag, zu dem ich keinen Zutritt habe, kann ich nicht wirken. So sind denn auch viele pastorale Mitarbeiter vor das Problem gestellt, dass sie für die Jugendarbeit eigentlich den Zugang zu diesen Communities bräuchten, weil dort die Jugendlichen präsent sind, aber es von der Bistumsseite her nicht möglich ist.

Ein weiterer Punkt ist, dass die Arbeit mit den MCKinseys und Co uns als Kirche absorbiert. Die Zielgruppendebatte überlagert die Diskussion. Vielleicht ist dies irreführend: Bei der Zersplitterung der Gesellschaft in 10 Milieus ist es nicht  möglich, 10 zielgruppenspezifische Ansprachen zu machen, es überlastet. Wir haben in der Kirche seit lange, seit Beginn, den Begriff der Charismen. Das Web 2.0 ermöglicht es uns, diese Charismen in Form von Personen auszumachen und zu unterstützen. Statt - Web 1.0 mäßig - die Zielgruppen anzugehen, geht es darum, die Charismen der unterschiedlichen Menschen zu fördern. Die Menschen an der pastoralen Front: Ehrenamtliche, Hauptamtliche, Firmkatecheten. Die Frage ist doch die: Wo können die Web 2.0 Tools einen bestehenden Zustand effektiver und attraktiver zu machen. Und das ist da wo Kirche passiert: Und das ist vor allem in den kleinen Gruppen vor Ort, Messdiener, Firmlinge, Jugendarbeit, Eine-Welt-Arbeit. Diese Arbeit vor Ort kann durch Wikis, Blogs, etc. sinnvoll und zeitsparend unterstützt werden. Wichtig ist, dass Jugendlichen aus der Generation der digital natives eingebunden werden. Pro-sumenten werden.

Wir sollten nicht Angebote für … machen, sondern mit - das ist die Botschaft des Web 2.0 - und die Chance!

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eine kirchliche Community… was kann und soll sie leisten? Lernen vom Kaffeemacher

Mittwoch 25. November 2009 von admin

Tchibo … momentan rauscht es ja im katholischen Internet:Startet Bertelsmann nun eine katholische Community cathoo.net oder doch nicht? Was ist der Mehrwert? Lohnt es sich noch (oder überhaupt) eine eigene katholische Community an den Start zu bringen? Viele sehen das Engagement eher skeptisch, weil unter anderem der Mehrwert nicht klar ist.
Bei der neuen Web 2.0 - Kampagne von Tchibo kam ich dann auf eine Idee: Was die katholische Kirche im Internet braucht, ist eine Plattform, ähnlich wie https://www.tchibo-ideas.de/  Die User schreiben hier über Probleme und andere User können Lösungen entwicklen oder schreiben. Tchibo schaut, ob brauchbare Ideen darunter sind und entwickelt daraus u.U. serienfertige Produkte. Ähnliche Ideen hatten ja auch schon P&G mit www.beinggirl.de und Starbucks mit www.mystarbucksidea.com. Vom Konsumenten zum Prosumenten (Mischung aus Konsument und Produzent - die klassischen Grenzen verschwimmen).

Ist das nicht auch das Entscheidende, was der Kirche im Web noch fehlt? So viele Probleme, und in allen Diozesen in denen ich tätig bin diesselben Herausforderungen - so oft wird das Rad neu erfunden, könnte da eine Problemlösecommunity nicht effektiv Abhilfe schaffen? Die Pfarrsekretärin, die in Ort x das Problem hat, das die Pfarrsekretärin aus y schon gelöst hat. Was denken Sie? Würde solch eine Fokussierung rein auf diese Problemlösemoment einer Community wie Bertelsmann sie plant den nötigen Mehrwert liefern? Denn was die Kirche im Web sicher nicht so sehr braucht ist ein katholisches Pendant zu StudiVZ, oder? Bin gespannt auf Eure / Ihre Meinungen…

Aufmerksam geworden bin ich unter: http://www.website-marketing.ch/4967-tchibo-ideas-so-funktioniert-zielgruppe-einbinden-im-web-2-0/

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Der Film an der Kirche

Dienstag 22. September 2009 von admin

Heute mal etwas weniger Inter-nettisches: Früher habe ich sehr gerne mit dem Diaprojektor Bilder an die gegenüberliegende Hauswand meines Zimmers projiziert. Die Größe war beeindruckend. Umso mehr war ich angetan von einer Aktion, welche die Video-Künstlerin Sonja Töpfer unlängst in Kelklheim veranstaltete. Sie projezierte ein Filmgebet mit dem Titel vonorten an die äußere Kirchenwand. Beeindruckend.

Ich musste daran denken, wie auch heute noch oftmals die Kirchen in den Dörfern im Mittelpunkt stehen. Abends sogar teilweise angestrahlt und weithin sichtbar. Ich finde solche Aktionen wie die in Kelkheim bieten der Kirche die Möglichkeit heute wieder auf sich aufmerksam zu machen. Zur Nachahmung empfohlen.

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“As-salamu alaikum” oder: Ich bin mal eben pilgern … nach Mekka (Serie Religion in Second Life)

Mittwoch 1. Juli 2009 von admin

Nachdem meine Serie Religion in Second Life lange geruht hat, geht es nun mit einem Erlebnisbericht über den Islam in SL weiter. Dazu mein Beitrag auf dem Blog des Projektes www.kirche-in-virtuellen-Welten.de

http://georgskirche.blogspot.com/2009/06/as-salamu-alaikum-oder-ich-bin-mal-eben.html

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