Eine kirchliche Internetstrategie auf Basis der Charismen

Donnerstag 18. März 2010 von admin

Charismen im Internet
Eine spirituell-theologische Grundlegung einer kirchlichen Internetstrategie

[Der Artikel als PDF Datei]
[Die Powerpointpräsentation der Tagung Kirche im Web 2.0 - März 2010]

kirche20.jpgWelche Möglichkeiten bietet das Internet der Kirche? Diese Frage leitet mich in meiner Arbeit. Nach einem ersten Vortrag mit positiver, anregender Resonanz im KSI in Bad Honnef im Januar 2010 habe ich meine Charisma-orientierte  kirchliche Internetstrategie einmal etwas ausgefaltet, in der Akademie Stuttgart im März 2010 zur Diskussion gestellt, und will Sie hier in der aktuellen Version öffentlich zur Diskussion anregend zur Verfügung stellen. Ganz dem phänomenologischen Ansatz verbunden in drei Schritten: Sehen – Urteilen – Handeln. Kern dieser Strategie ist es, nicht mehr im klassischen Sender-Empfänger Modell zu denken. Es geht also nicht um die Frage, wie erreichen wir wen über das Internet mit welcher Botschaft, sondern zu schauen, wo im Internet bereits Aktivitäten sind, und diese dann gezielt zu unterstützen. Diese Unterstützung kann in verschiedenen Formen geschehen: Es geht darum zu schauen, wo bereits Energien im Internet sind und diese zu unterstützten. Die Aufgabe der kirchlichen Internetstrategie besteht in diesem Modell primär im Unterstützen:

Sehen wir die Fakten:

·         Soziale Netzwerke als Killer-Applikation des Netzes:
Jugendliche und junge Erwachsene nutzen das Internet sehr häufig – ca. 1-2 Stunden täglich. Dabei stehen neben Wikipedia, Google und YouTube ganz klar die Sozialen Netzwerke (StudiVZ, SchuelerVZ, Facebook) im Mittelpunkt der Internetnutzung. Die JIM Studie und die ARD ZDF Online Studie belegen diesen stabilen Trend.

·         Religion ist auch in den sozialen Netzwerken präsent:
In den sozialen Netzwerken bilden sich ohne organisationelle Anregung, Unterstützung oder Finanzierung viele religiöse Gruppen. (siehe Studie der Goethe Universität).

·         Die Gemeinden, Einrichtungen und Verbände haben kaum eigene Ressourcen:
Die Hauptpräsenz von Kirche geschieht an den Schnittstellen, d.h. in den Gemeinden / Seelsorgeeinheiten, Einrichtungen, Verbänden, Gemeinschaften der Gemeinden (je nach Bistum variieren die Namen dieser Einheiten). Dort sorgen tausend Hauptamtliche und Ehrenamtliche für den Kontakt der Menschen (und Jugendlichen) mit Kirche. Dieser Mitarbeiter sind nicht zuletzt durch Umstrukturierungsprozesse zeitlich und finanziell bis über die Grenzen ausgelastet. Ressourcen stehen kaum zur Verfügung. Dennoch sehen diese Mitarbeiter, nicht zuletzt aufgrund von Erfahrungen mit eigenen Kindern oder Kontakten zu Jugendlichen, den fundamentalen Wandel in der Art und Weise, wie Jugendliche kommunizieren. Oft fehlt Ihnen aber das Verständnis der jeweiligen Leitung für die Bedeutung der Nutzung von Internet in der Arbeit. (diese Beobachtungen habe ich in vielen weiterbildung-live Workshops und Seminare immer wieder bestätigt bekommen)

·         Die Gesellschaft teilt sich in 10 Milieus:
Wir leben in der Sinus-Gesellschaft. Die Aufsplitterung der Gesellschaft in 10 etwa gleichgroße Milieus, die sich gegenseitig kaum noch verstehen, ist ein Fakt. Man kann es im realen Leben beobachten. Die Kirche erreicht mit ihren jetzigen Angeboten (Sonntagsgottesdienste, Pfarrbriefe, Flyer) die Milieus der Traditionalisten, Bürgerlichen Mitte, Konservativen. Besonders die jungen Milieus, der Hedonisten, Modernen Performer, Experimentalisten sind dagegen besonders im Internet aktiv.

·         Die Ressourcen werden knapper:
Es ist mit einem massiven Rückgang der Kirchensteuer zu rechnen, der zu radikalen Veränderungsmaßnahmen und zu sinkenden Ressourcen führen wird.

Urteilen – Kriterien für den Erfolg

·         Motivation statt Überforderung an der Basis herstellen:
Eine erfolgreiche Internetstrategie muss darin bestehen, vor allem die Mitarbeiter an der Basis zu unterstützen und nicht zu überfordern. Oftmals sind Projekte auf der mittleren Ebene (Bistumsebene oder Vereinsebene) dadurch gekennzeichnet, dass sie hohen personellen oder finanziellen Aufwand erfordern. Es werden externe Agenturen beauftragt, die Webdesign, Technik etc. umsetzen und die Kosten für solch ein Projekt sind schnell im 4-5 stelligen Bereich. Auf die Mitarbeiter an der Basis hat dies die Signalwirkung, dass Internet a) eine kostspielige und b) eine aufwendige Angelegenheit ist. Das führt dazu, das Thema Internet mit Vorsicht zu behandeln. Hier kann eine Internetstrategie Motivation aufbauen, indem Sie nicht den Druck vermittelt, dass die Gemeinde nun noch viel Zeit, Energie und Geld in eigene Internetprojekten stecken muss. Im Gegenteil: Das Internet ist nicht ein neuer Kanal, der im alten Schema Sender – Empfänger wieder und zusätzlich aufwendig bestückt werden muss, sondern der die Möglichkeit bietet, die Potentiale des Internets zu sehen.

·         Eine Strategie muss die Sinusmilieus berücksichtigen:
Es ist nicht möglich, alle Milieus anzusprechen. Die Sinusstudie wurde in kirchlichen Kreisen auch deshalb lange Zeit nicht recht wahrgenommen, da die logische Frage „Was nun?“ nicht beantwortet werden konnte. Eine kirchliche Internetstrategie muss auf der Basis der Sinusmilieus ansetzen und die Frage beantworten, wie die verschiedenen Milieus vor dem Hintergrund knapper werdender Ressourcen erreicht werden können? Muss der derselbe Inhalt in 10 verschiedenen Verpackungen angeboten werden, oder gibt es nicht doch ein über alle Milieus hinweg bestehendes, einzigartiges Verkaufsargument für Kirche?

·         Nachhaltigkeit durch Ressourcenschonung:
Eine Internetstrategie muss berücksichtigen, dass immer weniger hauptmatliches Personal, Kapitel und Zeit zur Verfügung steht, um eigene redaktionelle Inhalte zu bestücken.

Handeln

·         Grundthese: Die in den verschiedenen Netzwerken aus eigenem Antrieb aktiven religiösen Nutzer sind der Schlüssel einer kirchlichen Internetstrategie.

·         Die Charismen entdecken  und unterstützen:
Theologisch gesprochen, bieten die verschiedenen Netzwerke die Möglichkeit in den verschiedenen Milieus die Charismen (im Sinne von geistinspirierten Personen) zu identifizieren. Diese können gezielt unterstützt und gefördert werden. Dies sind die Kommunikatoren, Mediatoren des Evangeliums in den verschiedenen Milieus über das Medium Internet, dem primären Ort der Sozialisation von Jugendlichen und jungen Erwachsenen (wie die BDKJ Sinusjugendstudie resümiert)
Wer sind diese Charismen? Das sind die Jugendlichen, jungen Erwachsenen, die religiöse Gruppen in den sozailen Netzwerken gründen und Gruppenmitglieder um sich scharen.
Wie sieht die Unterstützung konkret aus? Einfachste Ebene: Verlinkung. Viele der religiösen Gruppen in den Netzwerken sind nicht verlinkt mit der Webseite der Gemeinde Einrichtung etc. Beispiel: Die Pfarrgemeinde St. Hedwig hat eine Webseite. Uwe, der Obermessdiener hat aber schon längst in SchülerVZ eine Gruppe mit mittlerweile 26 Mitgliedern für die Messdiener von Sankt Hedwig angelegt. Beide Internetangebote stehen isoliert nebeneinander, statt aufeinander hinzuweisen. Die Initiatoren dieser Gruppen sollten Wertschätzung und Unterstützung erfahren, eingeladen werden, eingebunden werden in die Öffentlichkeitsarbeit.

·         Erstkontakt herstellen, auf die Menschen zugehen:
Neben der thematischen Gruppensuche in den Netzwerken bieten die meisten Communitys auch die Möglichkeit Personen nach Orten zu suchen. Neben den bereits aktiven religiösen Nutzern können dadurch auch neue Erstkontakte aufgebaut werden. Pfarrer Dr. Hermes macht dies bspw. in dem sozialen Netzwerk in XING (siehe Interview in der Studie der Goethe-Universität)

·         Blogger als Mediatoren im Netz:
Dasselbe gilt für christliche Blogger. Die erste Konferenz christlicher Blogger ist ein wichtiges Ereignis im Kirchengeschehen. Blogger werden in Ihrem Wert für die Kommunikation der Kirche noch kaum wahrgenommen.

·         Jugendliche ans Netz heranführen:
Ermutigung und Befähigung zum digitalen Zeugnis. Auf Diensten wie den sozialen Netzwerken oder wie blogger.com oder wordpress.com können Jugendliche ohne großen Aufwand eigene Gruppen bzw. Blogs anlegen. Kirche sollte vor Ort die Jugendlichen gezielt an das Medium Internet heranführen und diese Sprachfähig machen. (Natürlich müssen dazu ersteinmal die Hauptamtlichen diese Fähigkeiten gezeigt bekommen). Meine Erfahrung ist aber, dass viele meiner Seminarteilnehmer die Erfahrung machen, so ein Blog oder so eine Gruppe (z.B. in StudiVz oder Facebook) ist ja ganz einfach anzulegen und zu pflegen.

 

Vorteile der Strategie:

·         Es erfordert kaum Zeit-Ressourcen und keine technischen oder finanziellen Ressourcen.

·         Es stellt keine Überforderung dar, da die Umsetzung nicht auf den Schultern der Hauptamtlichen lastet.

·         Es bietet eine Möglichkeit, in den verschiedenen Milieus Kommunikatoren zu finden, ohne dass die Hauptamtlichen sich Gedanken machen müssen, wie Sie die 10 Milieus wohl erreichen können.

·         Erste Studien deuten darauf hin, dass die verschiedenen Milieus auch in verschiedenen Communities aktiv sind: So hat z.B. myspace ein anderes Publikum als die Business Community XING, und diese wiederum ein anderes Publikum als wer-kennt-wen. Die Vielfältigkeit der Sinusmilieus bildet sich also auch in den verschiedenen Communities ab.

 

Probleme der Strategie:

·         Es ist ein Kontrollverlust.

Fazit

·         Keine Strategie ohne Schattenseiten. Die Kernfrage ist: Sind die Schattenseiten es wert, in Kauf genommen zu werden, um
a) dadurch einen besseren Zustand zu erhalten in Bezug auf das ursprüngliche Problem (Kirche und Internet) und
b) angemessen auf die Ausgangslage zu reagieren?

Mein Fazit: Ja. Probleme werden sich auf dem Weg noch zeigen, manches Problem sich als erdacht herausstellen.

Flankierende Maßnahmen:

·         Der Charisma Gedanke sollte im Vordergrund stehen. Angefügt noch einige Überlegungen:

·         Arbeiten mit OpenSource Software. Viele Agenturen bieten ihren kirchlichen Kunden maßgeschneiderte Programmlösungen an, die lizenzpflichtig und mit einem hohen Pflegeaufwand verbunden sind. Die Weiterentwicklung wird meistens von Seiten der kirchlichen Kunden mitbezahlt. Open Source hingegen ist lizenzfrei und wird von der Community weiterentwickelt, aus dem Bestreben heraus, etwas Gutes zu tun. Meist sind diese Programme auch noch kostenfrei.

·         Arbeiten mit externen Dienstanbietern. Wer bei blogger.com oder wordpress.com einen Blog anlegt, muss nichts zahlen und hat auch keine Folgekosten für die technische Betreuung. Solche externen Dienstanbieter gibt es mittlerweile für alle Formate des Internets. So z.B. Wikispaces fürs Wikis. Dies kommt einer an Ressourcen immer ärmer werdenden Kirche entgegen.

Theologisch gesehen entspricht das auch dem Geist des II. Vatikanums, wie Andrea Mayer-Edoloeyi (www.andreame.at) mir dankenswerter Weise in der letzten Diskussion im Blog geschildert hat. Auch Andre Boeing danke ich für die anregenden Gedanken zum Resonanzgruppenmodell in der XING Gruppe Kirche im Internet.

Passend zu diesem Modell stelle ich – ganz dem OpenSource Gedanken verbunden – zur allgemeinen kostenlosen Nutzung eine selbst entwickelte Grafik zum Thema Kirche im Internet unter einer CC Lizenz zur Verfügung: Wer mag nutze Sie für Flyer, Webseiten, etc.

 

Die Grafik zum vergrößern und herunterladen bitte anklicken:

 

kirche20.jpg

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Papst: Priester sollen bloggen!

Dienstag 26. Januar 2010 von admin

Der Vatikan forciert seine Internet und Web 2.0 Kampagne, wie dieser Artikel zeigt: http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,673651,00.html

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Kirche im Web 2.0 - Ein Fazit

Freitag 15. Januar 2010 von admin

web20kirche.jpg
Heute auf dem Honnefer Forum für Öffentlichkeitsarbeit habe ich versucht ein Abstract meiner 5 Jahre Erfahrung mit dem Einsatz von Web 2.0 im kirchlichen Bereich zu geben. Alles auf einer Grafik.

Dabei ist es immer deutlicher geworden, dass wir beim Thema Web 2.0 nicht über Techniken sprechen, sondern über anthropologische und theologische Aspekte. Das klassische Sender-Empfänger Modell ist uns so in die Wiege gelegt, wir müssen es aber verlassen und schauen, wie Glaubenskommunikation gelingt - denn das unterscheidet uns von der Telekom und anderen: Durch das persönliche Zeugnis einzelner, aus der je eigenen Peer-Group.

Die Firmen haben das schon im Bereich der Unternehmen lange erkannt und präfen den Begriff des Prosumenten, d.h die Firma produziert nicht mehr ein Produkt für die verschiedenen Zielgruppen, sondern bindet die Kunden direkt als Produzenten und Ideenegeber mit ein in den Prozeß. Das ist auch die Chance für die Kirche: Sie kann dabei unterstützen, das die Mitglieder in der digitalen Welt zu Glaubenszeugen werden und zur Matyria befähigt werden . Wie? Indem Sie die Charismen identifiziert. In den Communities bilden sich viele relgiöse Gruppen. Diese werden (zumeist) gegründet von Jugendlichen, die ein Charisma haben, eine Gabe - technisch aber auch die Gabe Menschen um sich zu scharen und für ein Thema zu gewinnen. Diese Entwicklung sollte gefördert und unterstützt werden.

Das beginnt damit, dass in vielen Bistümern der Zugang von Bistumsrechnern zu StudiVZ und anderen COmmunities nicht möglich ist. Ein ganz basale Angelegenheit: Auf dem Areopag, zu dem ich keinen Zutritt habe, kann ich nicht wirken. So sind denn auch viele pastorale Mitarbeiter vor das Problem gestellt, dass sie für die Jugendarbeit eigentlich den Zugang zu diesen Communities bräuchten, weil dort die Jugendlichen präsent sind, aber es von der Bistumsseite her nicht möglich ist.

Ein weiterer Punkt ist, dass die Arbeit mit den MCKinseys und Co uns als Kirche absorbiert. Die Zielgruppendebatte überlagert die Diskussion. Vielleicht ist dies irreführend: Bei der Zersplitterung der Gesellschaft in 10 Milieus ist es nicht  möglich, 10 zielgruppenspezifische Ansprachen zu machen, es überlastet. Wir haben in der Kirche seit lange, seit Beginn, den Begriff der Charismen. Das Web 2.0 ermöglicht es uns, diese Charismen in Form von Personen auszumachen und zu unterstützen. Statt - Web 1.0 mäßig - die Zielgruppen anzugehen, geht es darum, die Charismen der unterschiedlichen Menschen zu fördern. Die Menschen an der pastoralen Front: Ehrenamtliche, Hauptamtliche, Firmkatecheten. Die Frage ist doch die: Wo können die Web 2.0 Tools einen bestehenden Zustand effektiver und attraktiver zu machen. Und das ist da wo Kirche passiert: Und das ist vor allem in den kleinen Gruppen vor Ort, Messdiener, Firmlinge, Jugendarbeit, Eine-Welt-Arbeit. Diese Arbeit vor Ort kann durch Wikis, Blogs, etc. sinnvoll und zeitsparend unterstützt werden. Wichtig ist, dass Jugendlichen aus der Generation der digital natives eingebunden werden. Pro-sumenten werden.

Wir sollten nicht Angebote für … machen, sondern mit - das ist die Botschaft des Web 2.0 - und die Chance!

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eine kirchliche Community… was kann und soll sie leisten? Lernen vom Kaffeemacher

Mittwoch 25. November 2009 von admin

Tchibo … momentan rauscht es ja im katholischen Internet:Startet Bertelsmann nun eine katholische Community cathoo.net oder doch nicht? Was ist der Mehrwert? Lohnt es sich noch (oder überhaupt) eine eigene katholische Community an den Start zu bringen? Viele sehen das Engagement eher skeptisch, weil unter anderem der Mehrwert nicht klar ist.
Bei der neuen Web 2.0 - Kampagne von Tchibo kam ich dann auf eine Idee: Was die katholische Kirche im Internet braucht, ist eine Plattform, ähnlich wie https://www.tchibo-ideas.de/  Die User schreiben hier über Probleme und andere User können Lösungen entwicklen oder schreiben. Tchibo schaut, ob brauchbare Ideen darunter sind und entwickelt daraus u.U. serienfertige Produkte. Ähnliche Ideen hatten ja auch schon P&G mit www.beinggirl.de und Starbucks mit www.mystarbucksidea.com. Vom Konsumenten zum Prosumenten (Mischung aus Konsument und Produzent - die klassischen Grenzen verschwimmen).

Ist das nicht auch das Entscheidende, was der Kirche im Web noch fehlt? So viele Probleme, und in allen Diozesen in denen ich tätig bin diesselben Herausforderungen - so oft wird das Rad neu erfunden, könnte da eine Problemlösecommunity nicht effektiv Abhilfe schaffen? Die Pfarrsekretärin, die in Ort x das Problem hat, das die Pfarrsekretärin aus y schon gelöst hat. Was denken Sie? Würde solch eine Fokussierung rein auf diese Problemlösemoment einer Community wie Bertelsmann sie plant den nötigen Mehrwert liefern? Denn was die Kirche im Web sicher nicht so sehr braucht ist ein katholisches Pendant zu StudiVZ, oder? Bin gespannt auf Eure / Ihre Meinungen…

Aufmerksam geworden bin ich unter: http://www.website-marketing.ch/4967-tchibo-ideas-so-funktioniert-zielgruppe-einbinden-im-web-2-0/

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Der Film an der Kirche

Dienstag 22. September 2009 von admin

Heute mal etwas weniger Inter-nettisches: Früher habe ich sehr gerne mit dem Diaprojektor Bilder an die gegenüberliegende Hauswand meines Zimmers projiziert. Die Größe war beeindruckend. Umso mehr war ich angetan von einer Aktion, welche die Video-Künstlerin Sonja Töpfer unlängst in Kelklheim veranstaltete. Sie projezierte ein Filmgebet mit dem Titel vonorten an die äußere Kirchenwand. Beeindruckend.

Ich musste daran denken, wie auch heute noch oftmals die Kirchen in den Dörfern im Mittelpunkt stehen. Abends sogar teilweise angestrahlt und weithin sichtbar. Ich finde solche Aktionen wie die in Kelkheim bieten der Kirche die Möglichkeit heute wieder auf sich aufmerksam zu machen. Zur Nachahmung empfohlen.

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“As-salamu alaikum” oder: Ich bin mal eben pilgern … nach Mekka (Serie Religion in Second Life)

Mittwoch 1. Juli 2009 von admin

Nachdem meine Serie Religion in Second Life lange geruht hat, geht es nun mit einem Erlebnisbericht über den Islam in SL weiter. Dazu mein Beitrag auf dem Blog des Projektes www.kirche-in-virtuellen-Welten.de

http://georgskirche.blogspot.com/2009/06/as-salamu-alaikum-oder-ich-bin-mal-eben.html

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Pope2You.net gestartet - Botschaft zum Welttag der sozialen Kommunikationsmittel

Dienstag 19. Mai 2009 von admin

pope2you-screenie.jpgDer Vatikan hat eine neue Jugendcommunity gestartet, http://www.pope2you.net

Ein erster Blick: 

Das erste Problem der Seite dürfte die URL sein. Nur ein .net führt zum Ziel: Die Domainendung .de ist gar nicht vergeben (scheinbar auch keine anderen länderspezifischen Topleveldomains), .com oder .org führen auf das Angebot und den Loginbildschirm einer Firma für Desktopvirtualisierungssoftware Parallels.

Ok, aber mit .net klappts, ich bin auf der Seite. Hm.. also in der Pressemitteilung wurde angekündigt: „Schon die Eingangsseite zeigt das: der Papst und die Jugendlichen.“, so Erzbischof Claudio Maria Celli bei der Vorstellung. Naja, denke ich mir, den Papst sehe ich, nur wo sind… ah ja, jetzt fallen mir links etwas ausgefadete Jugendliche auf, die im Kreis stehen und mich von oben her anlächeln. Ich will ja keine Bildinterpretation wagen, aber irgendwie sagt das Bild mir nicht “der Papst und die Jugendlichen” sondern der Papst … und da sind irgendwo auch ein paar Jugendliche versteckt. Eine Kluft.

“Präsentation der Nachricht” und “die Nachricht” - diese beiden Menüpunkte locken mich zum Anklicken: Was ist die Nachricht? Als Diplom-Theologe tippe ich mal auf das Evangelium. Ich tippe also auf “die Nachricht” und… zwei neue Buttons erscheinen: “Herunterladen” und “Email”. Ich tippe gespannt auf Herunterladen, wobei der Durchschnittsatheist hier wahrscheinlich schon abgeschreckt wäre, seinen Computer mit einem katholischen Virus zu infizieren. Achso, denke ich mir, als sich eine PDF Datei öffnet, es handelt sich also um die Nachricht zum Welttag der sozialen Kommunikationsmittel am 24. Mai.

Die Botschaft:
Darin spricht der Papst direkt die junge digitale Generation an und dutzt sie. Er spricht davon, dass die ältere Generation diesen fundamentalen Wandel, den die neuen Medien mit sich brachten, nur schwer nachvollziehen kann, aber dass sie auch die Potentiale sieht. Diese liegen vor allem darin, Verständnis und Gemeinschaft der Menschen untereinander zu fördern. Den Solidaritätsgedanken macht der Papst besonders stark: Die Vorteile müssen allen zu Gute kommen, vor allen den Bedürftigen und Schwachen. Medientheoretisch führt der Papst den Erfolg des Internets auf das Bedürfnis des Menschen nach Kommunikation und Freundschaft zurück. Er weist auch auf die Gefahr hin, dass die Freundschaftspflege im Internet zu obzessiv betrieben werden kann und dann das reale Leben darunter leidet. Alles in allem betont er aber die Möglichkeiten des Internets, die darin liegen, Freundschaft und Verständnis untereinander zu förder, betont aber auch die Notwendigkeit, nicht die Wahrheitsfrage dabei auszuklammern. Die junge digitale Generation sendet er am Ende: “Ich möchte diese Botschaft schließen, indem ich mich besonders an die jungen Katholiken wende, um sie zu ermuntern, das Zeugnis ihres Glaubens in die digitale Welt zu tragen. Euch jungen Menschen, die ihr euch fast spontan im Einklang mit diesen neuen Mitteln der Kommunikation befindet, kommt in besonderer Weise die Aufgabe der Evangelisierung dieses “digitalen Kontinents” zu.”

Weiter in der Seitenanalyse:

Was biete mir die Seite noch? Einen Link zum YouTube Kanal, einen Link zum H2O News Angebot für mein IPhone (oh je, ich habe gar keines). Und dann, das ist spannend, ein Wiki, um die Botschaft zu kommentieren. Toll, also klicke ich direkt darauf. Hm.. das was sich dann präsentiert erinnert wenig an ein WIKI. Ich kann einzelne Teile der Botschaft anklicken und dann… bin ich überfordert, obwohl ich mich zur digitalen Generation zähle. Die Überforderung gründet in einem fehlen italienischer Sprachkenntnisse, denn die unteren Menüpunkte sind italienisch gehalten. Ok, ich hatte aber Latein im Studium, ich bekomme eine erste Übersetzung hin und klicke auf “commenta pagina” in der Hoffnung nun meinen Teil zum Gesamtwerk beitragen zu können. Es öffnet sich eine Outlook Email Vorlage, in der der Empfänger ucs@chiesacattolica.it eingetragen ist. Oh, denke ich, mailto Befehle waren doch schon immer unter Usability-Gesichtspunkten untersagt gewesen. Davon abgesehen will ich nicht irgendwem Unbekannten eine Email Schreiben, ich will einen Wikibeitrag verfassen, und anders als der Name Wiki mir das verspricht (hawaianisch für “schnell”) kann ich hier nicht mal eben so mein Kommentar abgeben.

Nun, gut, es gibt aber noch das Herzstück: Die Facebook App (App für Aplication). Ich klicke darauf, logge mich bei Facebook ein und lese dann, dass ich Bilder vom Papst an meine Freunde senden kann und auch Emails erhalten kann. Ok,mal schauen, was erlaubt mir die App noch: Ich kann die Nachricht verschicken, kann auf alle Angebote von www.pope2you.org klicken und Postkarten versenden. Na gut, ich lade mal 8 Freunde ein. Dann klicke ich noch auf den Button “Fan” - Oh, immerhin ich bin der 100ste Fan der Facebook Applcation “Pope2you”. Sehr schön. Aber auch hier will mich niemand hören…

Kurzum: Der richtige Weg, den der Vatikan einschlägt, die Nachricht zum Welttag der sozialen Kommunikationsmittel ist gerade in Ihrer Kürze sehr treffend und wegweisend. Die Umsetzung ist allerdings noch davon gekennzeichnet, dass es sich primär um eine Einwegkommunikation handelt und die Möglichkeiten des Internets / Web 2.0 noch nicht so ganz ergriffen sind. Aber die Richtung stimmt. Wenn ich da an meinen Studienbeginn denke, hat sich doch einiges getan im Hinblick auf das Erkennen der Möglichkeiten des Internets für die Kirche.

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Ich chatte also bin ich… neue Studie

Montag 18. Mai 2009 von admin

Eine neue Studie des Hans Bredow Institut beschäftigt sich mit der Frage, wie Jugendliche das Web 2.0 nutzen. Eine sehr aktuelle und präzise Bestandsaufnahme: http://www.lfm-nrw.de/presse/?id=651

Kategorie: Community, Jugend, Nutzungsverhalten, Studie | Keine Kommentare »

Differenz verstehen: Quintessenz der Internetkommunikation? oder: Luhmann und das Web 2.0

Montag 18. Mai 2009 von admin

Ich habe mich etwas mit Luhmann und seiner Systemtheorie beschäftigt. Mir scheint der Kerngedanke in Bezug auf Medientheorie der Folgende zu sein: Kommunikation ist dann gelungen, wenn sie zum Verstehen von Differenz(en) führt, bzw. Kommunikation kann nur stattfinden, wenn es Differenzen gibt. Dort wo Kommunikation in Konsens mündet ist sie am Ende. Kommunikation bedeutet für Luhmann Anschlussfähigkeit durch Verstehen der Differenz. Luhmann sagt, dass die Massenmedien wie das Fernsehen, dazu führen, dass Konsens entsteht. Das, und damit denke ich Luhmanns Theorie weiter, heißt aber, dass im Internet (ganz im Sinne von Clay Shirky´s “Here comes Everybody” http://www.herecomeseverybody.org) es darum geht, die Vielfalt der Meinungen darzustellen… (Das passt übrigens auch vor dem Hintergrund der Sinus-Studie sehr gut…) Ich habe mal eine PPT dazu erstellt:

Kategorie: Kommunikationsmuster, Medientheorie | Keine Kommentare »

Hochschulen in Second Life …

Montag 2. März 2009 von admin

… das war der Titel einer Veranstaltung der Universität Frankfurt. Nun sind die Audiofiles der Vorträge online. Spannend was es alles da zu hören (und sehen) gibt - vor allem die VHS Goslar begeistert - und mein Kollege Andre Boeing inspiriert wieder einmal! http://www.megadigitale.uni-frankfurt.de/events/SL2008/index.html 

eLearning-Fachforum: Hochschulen in Second Life und anderen virtuellen Welten

19. Januar 2009, 10-17 Uhr, Goethe-Universität Frankfurt/Main, Campus Westend Casino, Raum 1.801

Durch Technologieanbieter wie Linden Lab und dem Produkt Second Life  aber auch Spielwelten wie World of Warcraft wird es zunehmend einfacher 3D-Szenarien zu eigenen Zwecken zu nutzen und zu entwickeln. Nachdem die virtuelle Welt Second Life ihren ersten Einbruch erlebte was die kommerzielle Nutzung anbelangt, versuchen immer mehr Weiterbildungsunternehmen die Möglichkeiten von Second Life auszuloten. Laut Eduserve, beschäftigen sich bereits über 80 Prozent der Schulen und Hochschulen mit solchen Einsatzszenarien. Das Fachforum beleuchtete den Stand der Erprobung und der Diskussion zum Einsatz vom Second Life aber auch anderer 3D-Welten im Weiterbildungskontext deutscher Bildungsanbieter.

Eine persönliche Notiz: Durch meinen Umzug ist leider etwas Verzug ins virtuelle Dasein gekommen, ich hoffe diesen nun aufarbeiten zu können.

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